Schon seit Monaten steht es um die aufstrebenden Länder nicht gut. Ihre Devisen-Abhängigkeit rächt sich extrem. Fällt die Türkei, fallen auch viele andere Länder mit.

Von Marco Maier

Am Wochenende erlebte nicht nur die türkische Lira einen „Flash Crash„, auch der südafrikanische Rand erlebte am Sonntag einen solchen Crash und stieg nach einer stabilen Zwischenphase auf ein Jahreshoch gegenüber dem US-Dollar. Den Argentinischen Peso erwischte es bereits einen Tag vorher. Aber auch sonst sieht es für die „Emerging Markets“ nicht besonders gut aus.

Der anhaltend starke US-Dollar, das in den Vereinigten Staaten wieder steigende Zinsniveau und die Reichen-freundliche Steuergesetzgebung der neokonservativen Trump-Administration sorgen dafür, dass viel Kapital abfließt und die Währungen dieser Länder unter Druck geraten. Aber auch die reguläre Kapitalflucht der finanzstarken Eliten und der großen Unternehmen in diesen Ländern macht es nicht einfacher.

Doch wenn die Türkei fällt, wird sie den Startschuss für die nächste Welle an Finanzkrisen quer durch die ganzen aufstrebenden Länder weltweit geben. Sie wird der erste fallende Dominostein sein, welcher die anderen Steine mit sich umreißt. Denn für den Großteil der Investoren und Spekulanten macht es keinen großen Unterschied, wie es um ein einzelnes Land steht. Wenn es zu einer bestimmten Kategorie gehört und diese sich im freien Fall befindet, wird generell „geshortet“, so dass auch eigentlich noch „gesunde“ Volkswirtschaften mitgerissen werden.

In den nächsten Wochen und Monaten werden wir wohl wieder einmal den nächsten globalen Wirtschafts- und Finanzcrash sehen, der – wie schon einmal – vor allem die aufstrebenden Länder dieser Welt trifft. Doch das internationale Engagement (vor allem der Banken) dürfte auch die Industriestaaten treffen, vor allem die USA, die EU und Japan.

3 KOMMENTARE

  1. Der Dominostein (Türkei) würde im Fallen französische und italienischen Banken mitreißen, was unsere ungeliebte EU und unsere Währung einer zusätzlichen Krise aussetzen würde. Darum bekommt die „Führerin der EU“ in Berlin auch im September Besuch vom großen Pascha.

  2. Da in Währungen keine hfts verkehren ist ein Flash Crash in diesen assets kaum möglich. So ist es auch in diesem Fall. Ei rapider abverkauft trifft es besser.
    Grüsse

  3. Ein fallender Wechselkurs kommt einer Versklavung gleich, weshalb die „Exportweltmeister“ China und BRD die Arbeitssklaven des Globus sind. Bezüglich der Türkei wurde der Valutaverfall von sog. Ratingagenturen herbeiintriegiert, um – nach sachlich berechtigter Kritik seitens Erdogans an der Zinsblutsaugerei aus GB und Übersee – auch die Türken zu versklaven: viel arbeiten (für den Export), wenig (per Import) kaufen können. Deshalb: Zurück zu autarken Volkswirtschaften mit je eigenen Nationalwährungen!

    Man muss nicht zu einer globalen angeblich einzigen Welt gehören. Auch wenn wir auf nur einer Erde leben: Welten sind Verwaltungen, also Menschenwerk, vermehrbar, abgrenzbar, je artgerecht gestaltbar.

    Zinsblutsaugerei? Dem emeritierten Wirtschaftsprofessor Bernd Senf zufolge sind in der BRD die Preise mit rund 30% Zinsen belastet, weil Unternehmen und öffentliche Hände zur Verschuldung genötigt werden; wer sich nicht „freiwillig“ verschuldet, wird diffamiert und boykottiert. Mehr als einen Tag pro Woche arbeiten Deutsche nur für Zinsen kassierende Blutsauger; Inflation, sog. Sozialabgaben und Steuern kommen hinzu.

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