WHO-Chef: „Das ist ein sehr gefährlicher Ebola-Ausbruch“

In der Demokratischen Republik Kongo wütet seit einiger Zeit das Ebola-Virus. Dieser Ausbruch sei „sehr gefährlich“, wie der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt. Ein experimentelles Medikament ist nun im Einsatz, ein neuer Impfstoff ebenso.

Von Marco Maier

Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) drängt auf einen Waffenstillstand zwischen bewaffneten Gruppen in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), da die dort in der Region wütenden Konflikte die Bemühungen zur Beendigung des neuen Ebola-Ausbruchs behindert haben, berichtet die britische Tageszeitung „Daily Mail„.

Bis zum 1. August wurden bereit 41 Todesfälle in der Provinz North Kivu inklusive der Städte Beni und Mangina gemeldet. Daraufhin forderte der Chef der Weltgesundheitsorganisation auch die rasche Einführung eines unlizenzierten Medikaments zur Behandlung von Ebola-Patienten. Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte Reportern in Genf, er fürchte, die Bedingungen vor Ort in der östlichen Provinz hätten „ein förderliches Umfeld für die Übertragung von Ebola“ geschaffen.

Ghebreyesus, der in den letzten Tagen in die betroffenen Zonen in Beni und Mangina gereist ist, sagt, dass er sich vor seiner Reise Sorgen gemacht habe – seit seiner Rückkehr sei er „viel stärker besorgt.“ Der jüngste Ausbruch umfasst nun 57 wahrscheinliche und bestätigte Fälle von Ebola beim 10. Ausbruch in der DRK seit 1976, als die Krankheit erstmals in der Nähe des Ebola-Flusses entdeckt wurde. Die Stadt Beni war im Jahr 2016 Schauplatz eines Massakers, bei dem mindestens 64 Menschen von Militanten getötet wurden und seit Oktober 2014 über 700 Menschen den Machtkonflikten zum Opfer fielen.

„Diese Umgebung ist wirklich förderlich für Ebola … um frei zu übertragen“, so der WHO-Chef weiter. „Wir rufen die Kriegsparteien auf, die Feindseligkeiten einzustellen, weil das Virus für alle gefährlich ist. Es wählt nicht zwischen dieser oder der anderen Gruppe aus“, so Ghebreyesus. Inzwischen leben in der heißen Zone von Mangina derzeit 1.200 Menschen, die alle möglicherweise geimpft werden können, nachdem mindestens sieben Mitarbeiter des Gesundheitsweisens mit der Krankheit infiziert wurden.

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Um den tödlichen Vorstoß des Virus‘ zu stoppen, sagten die Gesundheitsbehörden der DRK am Dienstag, dass die Ärzte in Beni begonnen hatten, ein Prototyp-Medikament namens mAb114 zur Behandlung von Patienten zu verwenden. Die Behandlung ist „das erste therapeutische Medikament gegen das Virus, das bei einer aktiven Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt wird“, sagte die Direktion für Seuchenbekämpfung des Gesundheitsministeriums.

Das experimentelle Medikament folgt auf einen unlizensierten Impfstoff, rVSV-ZEBOV, der während eines anderen Ebola-Ausbruchs Anfang des Jahres in dem Land verwendet wurde, nachdem er in der Pandemie 2013-2015 in Westafrika als sicher und wirksam eingestuft wurde. Dem Impfstoff wird eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der Ausbreitung von Ebola in der Provinz Equateur zugeschrieben, und es wird erwartet, dass er bei diesem neuen Ausbruch besonders nützlich sein wird. Inzwischen wurden 216 Menschen, zumeist medizinisches Personal, geimpft.

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Ein Kommentar

  1. Nach über 20 Jahren Bürgerkrieg mit Millionen Toten werden jetzt 57 „wahrscheinliche und bestätigte“ Ebolafälle von der WHO registriert. Die Situation ist reif für erneute Menschenversuche. Man muss nun den „tödlichen Vorstoß des Virus stoppen“, dafür muss auch unbedingt eine Waffenruhe her. Fazit: erst wenn alle durchgeimpft sind, können sich die Kongolesen (nun immunisiert ???????) weiter abschlachten. Die Waffenruhe wird auch selbstverständlich genutzt, die sich bekriegenden Parteien mit dem „Notwendigsten“ zu versorgen.
    Derweil kann der geneigte GEZ-Konsument die dramatische Situation auf dem Sofa verfolgen. Er erfährt leider nichts von den Deals Waffen für Diamanten, er erfährt auch nichts über die Hintergründe dieses Impfversuchs, der den Impfstoffherstellern sicherlich die Taschen füllen und deren Investoren über steigende Aktienkurse jubeln lassen wird. In 10 bis 14 tagen werden wir dann nichts mehr davon hören und gehen wieder dazu über, die ertrunkenen Schwarzen zu bedauern, die über das Mittelmeer dem schwarzen Kontinent den Rücken kehren.

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