Bild: Flickr / Antonio Marín Segovia CC BY-NC-ND 2.0
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Wladimir Putin scheint im Kreml aufzuräumen und die US-Spione zum schweigen zu bringen. In Washington zeigt man sich besorgt, weil man nun im Dunkeln tappe und nicht mehr wisse, was in der russischen Führung vor sich geht.

Von Marco Maier

Wie die „New York Times“ berichtet, haben die US-amerikanischen Geheimdienste offenbar ihre Informationsquellen im Kreml verloren. Bislang hatten nämlich hochrangige Personen aus dem direkten Umfeld Wladimir Putins immer wieder an die Amerikaner Bericht erstattet. Nun jedoch sei es laut der Zeitung still um sie geworden.

Zwar glaube man in Washington nicht, dass die Spione kompromittiert oder getötet wurden, vielmehr sollen sie wegen einer stärkeren Spionageabwehr einfach verstummt sein. Zu groß ist die Angst davor, enttarnt und wegen Hoch- oder Landesverrats angeklagt zu werden. Immerhin handelt es sich hierbei um die Träger sehr wichtiger Staatsgeheimnisse.

Aktive und ehemalige US-Beamte sagten laut der „New York Times“, dass die Ausweisung von amerikanischen Geheimdienstlern aus Moskau infolge der Spannungen seit dem Skripal-Fall die Spionagearbeit beeinträchtigt habe. Sie behaupten auch, dass die Enttarnung eines FBI-Informanten, der vom Geheimdienstkomitee des Geheimdienstes unter die Lupe genommen wurde eine abschreckende Wirkung auf die Tätigkeit von Informanten gehabt habe. Immerhin hätten die Spione im Kreml darauf bestanden, dass ihre Identität niemals preisgegeben werden dürften – doch dies ist offenbar nicht mehr der Fall.

Allerdings zeigt dies auch, dass es nach all den Jahren der Führung Russlands durch Wladimir Putin weiterhin einige hochrangige Politiker im Kreml gibt, die in einer Anbiederung gegenüber Washington einen Vorteil zu sehen glauben. Politiker die aus purem Opportunismus so tun, als ob sie ihrem Land und Präsident Putin gegenüber loyal wären und dafür mit gut dotierten Ämtern und Posten belohnt werden, während sie gleichzeitig schon dafür sorgen, im Falle einer prowestlichen Nach-Putin-Ära weiterhin ganz oben mit dabei zu sein und davon ebenfalls zu profitieren.

2 KOMMENTARE

  1. Die Spionagearbeit wurde beeinträchtigt? Aha, soso. Spionagearbeit in Moskau ist also ok, aber wenn irgendwelche Russen irgendwelche Facebookseiten betreiben, um politische Statements über die USA abzugeben, dann ist das furchbar böse Wahlmanipulation und gilt für manche da drüben als legitimer Kriegsgrund.

    Das Irrenhaus muss erst noch gebaut werden, um die ganzen Wahnsinnigen aufzunehmen, die dort drüben herumlaufen.

  2. Kollaborateure waren schon immer ein schlimmes Übel – in Deutschland sitzen diese Verräter heute leider alle in Regierungsverantwortung. In Deutschland gilt es als erstrebenswert, alles Eigene zu verraten, an wen auch immer. Claudia Roth von den Grünen und ihr „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ habe ich da noch gut vor Augen…

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