EU, IWF & Co vollziehen einen Genozid an der griechischen Nation. Privatisiert und geplündert sieht sie ihrem Untergang entgegen.

Von Paul Craig Roberts / Antikrieg

Die politische und mediale Vertuschung des Völkermords an der griechischen Nation begann gestern (20. August) mit der Ankündigung der Europäischen Union und anderen politischen Erklärungen, dass die griechische Krise vorbei ist. Was sie meinen ist, dass Griechenland vorbei, tot und erledigt ist. Es wurde bis an die Grenze ausgenutzt, und der Kadaver wurde den Hunden vorgeworfen.

350.000 Griechen, vor allem Jugendliche und Berufstätige, sind aus dem toten Griechenland geflohen. Die Geburtenrate liegt weit unter der für die Erhaltung der restlichen Bevölkerung notwendigen Rate. Die von der EU, dem IWF und der griechischen Regierung dem griechischen Volk auferlegten Sparmaßnahmen haben zu einem Rückgang der griechischen Wirtschaft um 25 Prozent geführt. Der Rückgang entspricht der Großen Depression Amerikas, aber in Griechenland waren die Auswirkungen am schlimmsten. Präsident Franklin D. Roosevelt milderte die Auswirkungen der massiven Arbeitslosigkeit mit dem Social Security Act und anderen Elementen eines sozialen Sicherheitsnetzes wie Einlagensicherung und öffentlichen Bauaufträgen, während die griechische Regierung auf Anordnung des IWF und der EU die Auswirkungen der massiven Arbeitslosigkeit verschärfte, indem sie das soziale Sicherheitsnetz abbaute.

Wenn ein souveränes Land, sei es durch Korruption, Misswirtschaft, Unglück oder unerwartete Ereignisse, nicht in der Lage war, seine Schulden zurückzuzahlen, schrieben die Gläubiger des Landes traditionell die Schulden auf das Niveau, das das verschuldete Land bedienen konnte.

Im Falle Griechenlands gab es eine Änderung der Spielregeln. Die Europäische Zentralbank, angeführt von Jean-Claude Trichet, und der Internationale Währungsfonds entschieden, dass Griechenland den vollen Betrag an Zinsen und Kapital für seine Staatsanleihen deutscher, niederländischer, französischer und italienischer Banken zahlen musste.

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Wie sollte dies erreicht werden?

In zweierlei Hinsicht, die beide die Krise stark verschärften und Griechenland heute in eine weitaus schlimmere Lage brachten als zu Beginn der Krise vor fast einem Jahrzehnt.

Zu Beginn der „Krise“, die leicht durch eine Abschreibung eines Teils der Schulden gelöst werden hätte können, betrug die griechische Verschuldung 129% des griechischen Bruttoinlandsprodukts. Heute beträgt die Verschuldung Griechenlands 180% des BIP.

Warum?

Griechenland wurde mehr Geld geliehen, um den Gläubigern Griechenlands Zinsen zu zahlen, damit diese nicht einen Cent verlieren mussten. Die zusätzliche Kreditvergabe, von den Finanzmedien als „Rettungsaktion“ bezeichnet, war keine Rettungsaktion für Griechenland. Es war eine Rettungsaktion für Griechenlands Gläubiger.

Das Obama-Regime förderte diese Rettungsaktion, weil die amerikanischen Banken in Erwartung einer Rettungsaktion Kreditausfallversicherungen für griechische Schulden verkauft hatten. Ohne eine Rettungsaktion hätten die US-Banken ihre Wette verloren und eine Ausfallversicherung für griechische Anleihen bezahlen müssen.

Außerdem musste Griechenland sein öffentliches Vermögen an Ausländer verkaufen und das griechische soziale Sicherheitsnetz dezimieren, indem es zum Beispiel die Renten unter das Existenzeinkommen senkte und die medizinische Versorgung so drastisch reduzierte, dass Menschen sterben, bevor sie behandelt werden können.

Wenn ich mich recht erinnere, hat China die griechischen Seehäfen gekauft. Deutschland hat den Flughafen gekauft. Verschiedene deutsche und europäische Unternehmen kauften die griechischen kommunalen Wasserversorgungsunternehmen. Immobilienspekulanten kauften geschützte griechische Inseln für die Immobilienentwicklung.

Diese Plünderung des griechischen Staatseigentums diente nicht dem Abbau der Schulden, die Griechenland hatte. Es diente zusammen mit den neuen Krediten dazu, die Zinsen zu zahlen.

Die Schulden, größer denn je, stehen noch. Die Wirtschaft ist kleiner denn je, ebenso wie die griechische Bevölkerung, die die Schulden trägt.

Die Erklärung, dass die griechische Krise vorbei ist, ist lediglich eine Erklärung, dass es nichts mehr gibt, was man dem griechischen Volk für die Interessen der ausländischen Banken entnehmen kann. Griechenland sinkt schnell. Alle Einnahmen aus Seehäfen, Flughäfen, Stadtwerken und dem Rest des öffentlichen Eigentums, der gewaltsam privatisiert wurde, gehören nun Ausländern, die das Geld aus dem Land nehmen und damit die griechische Wirtschaft weiter nach unten treiben.

Den Griechen wurde nicht nur ihre wirtschaftliche Zukunft gestohlen. Sie haben auch ihre Souveränität verloren. Griechenland ist kein souveränes Land. Es wird von der EU und dem IWF regiert. In meinem Buch „The Failure of Laissez Faire Capitalism“, in Teil III, „The End of Sovereignty“, habe ich klar beschrieben, wie dies geschehen ist.

Das griechische Volk wurde von der Regierung Tsipras verraten. Die Griechen hatten die Möglichkeit, die Regierung, die sie an internationale Bankiers verkauft hatte, mit Gewalt zu stürzen. Stattdessen akzeptierten sie ihre eigene Zerstörung und taten nichts. Im Wesentlichen beging die griechische Bevölkerung Massenselbstmord.

Die Weltfinanzkrise des Jahres 2008 ist noch nicht vorbei. Sie wurde von den Zentralbanken der USA, der EU, des Vereinigten Königreichs und Japans unter den Teppich gekehrt. Die Geldschöpfung hat das Wachstum der realen Produktion bei weitem übertroffen und die Werte der finanziellen Vermögenswerte über das hinaus gesteigert, was durch „Bedingungen vor Ort“ unterstützt werden kann.

Wie sich diese Krise auswirkt, bleibt abzuwarten. Sie könnte zur Zerstörung der westlichen Zivilisation führen. Wird nur mehr der Stärkere zählen? Wird es nach Griechenland Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien, Australien, Kanada erwischen, bis niemand mehr übrig ist?

Die gesamte westliche Welt lebt in Lügen, die von mächtigen wirtschaftlichen Interessengruppen angefacht werden, um ihren Interessen zu dienen. Es gibt keine unabhängigen Medien außer online, und diese Elemente werden verteufelt und der Zugang verweigert. Völker, die in einer Welt der kontrollierten Information leben, haben keine Ahnung, was mit ihnen geschieht. Deshalb können sie nicht in ihrem Interesse handeln.

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5 thoughts on “Völkermord an der griechischen Nation”

  1. Zitat: „Das griechische Volk wurde von der Regierung Tsipras verraten. Die Griechen hatten die Möglichkeit, die Regierung, die sie an internationale Bankiers verkauft hatte, mit Gewalt zu stürzen. Stattdessen akzeptierten sie ihre eigene Zerstörung und taten nichts. Im Wesentlichen beging die griechische Bevölkerung Massenselbstmord.“

    Man sollte aber anmerken, dass dieser „Massenselbstmord“ von lediglich 57% der Wahlberechtigten Griechen per Blankovollmacht, also Wahlkreuz, gefordert wurde.
    In Deutschland wurde ein Jahr nach Beginn des illegalen Importes von hunderttausenden Menschen aus einem fremden Kulturkreis, ohne Ausweise und Zeugnissen, gewählt. Trotzdem forderten 75% der Wahlberechtigten, dass weitergemacht werden MÜSSE!
    In Österreich waren es sogar 80%, die den ebenso verbrecherischen Nationalrat mit Wahlkreuz bestätigt haben.

  2. Die Gebäude von US-EU-Niederlassungen in Griechenland aller Art – Bankfilialen vom mutmaßlichen Darlehensanfixer und Schuldenkrisenverursacher GS, manipulierenden Wirtschaftsprüfern wie PWC und KPMG, Weltbank, Weltwährungsfonds, EU-Behörden und Nato-Kasernen – sollten die Bürger des Griechischen Volkes zunächst einmal von selber stürmen, damit man erkennt und glaubt, dass es ihnen wirklich schlecht geht. Auch den ehemaligen griechischen Regierungsmitgliedern, die sich vor fast zwei Jahrzehnten haben mit geheimen US-Banken-Darlehen anfixen lassen, sollten die Griechen endlich leibhaftig den Prozess machen, und zwar autonom-revolutionär, wenn es die förmlichen Gerichte und Parlamentsausschüsse nicht tun.

    In der Vorantike war die Seisachtheia (Schuldenstreichung) durch den revolutionär-konstruktiven griechischen Gesetzgeber Solon der erste Schritt zur Demokratie. Es nützt nichts, wenn man zwar so oder anders abstimmen kann, aber die Schulden und die Zinsknechtschaft ändern sich nicht. Demokratie ist vor allem eine finanzielle und wirtschaftliche Angelegenheit.

  3. Griechenland hat durch unrichtige Angaben seinen Eintritt in die Währungsunion selbst zu verantworten.
    Nach der damaligen atsächlichen finanziellen Lage des Landes hätte ein Aufnahmeantrag abgelehnt werden müssen. Die Schuld der jetzigen Misere des Landes ist den damaligen Verantwortlichen zurLast zu legen.

  4. Korrupte Regierungen und korrupte superreiche Clans, nennen wir sie der Gewohnheit halber Oligarchen, haben Griechenland dahin gebracht, wo es jetzt steht – volkswirtschaftlich nahe dem Abgrund und zahlungsunfähig. „Genozid“ erscheint mir nicht das Wort der Wahl, Völkermord erleben wir (Noch) z.Z. in Syrien, vor allem aber im Kongo.

  5. Unglaublich, diese Gleichgültigkeit nach dem perversen Motto: „Die Ölkriege sind im Orient und Auschwitz liegt in Polen.“ Im Jahre 1944 hat es niemanden interessiert, was in den Pflichtarbeitslagern geschieht, weil die Bürger wegen allnächtlicher Bombenangriffe, der hohen Gefahr für Pflichtsoldaten im Kampfeinsatz und aus Güterknappheit andere Sorgen hatten. In GB und in den USA hat es schon gar niemanden interessiert, wie es Kriegsopfern der Machthaber ergeht.

    Es sind in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Millionen Mohammedaner vom Westen wegen Erdöl ermordet worden, aber hierzulande scheint das US-GB-produzierte Auschwitz 2.0 in Syrien fast allen Leuten gleichgültig zu sein. Griechenland ist wird noch mehr als völlig nebensächlich empfunden.

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