US-Wirtschaftskrieg: Die geopolitischen Verhältnisse verschieben sich

US-Präsident Trump vollendet das, was seine Vorgänger mit ihrer Politik aus Sanktionen, Strafmaßnahmen und Repressionen begonnen haben: Das Ende des US-Imperiums einzuläuten. Die Verhältnisse auf geopolitischer Ebene verschieben sich.

Von Marco Maier

Der aktuelle Wirtschaftskrieg der Vereinigten Staaten gegen viele Länder sorgt dafür, dass nicht nur „politische Gegner“ davon Washingtons betroffen sind, sondern in zunehmender Zahl auch dessen Alliierte und Partner. Und gerade was die Europäer betrifft, vergessen Donald Trump und dessen Administration, dass das transatlantische Band infolge der egoistischen Politik der US-Führung immer mehr Risse bekommt – mehr schon als zuvor.

Selbst bei CNBC fragt man sich inzwischen, ob eine solche Form der Außenpolitik schlussendlich den USA nicht mehr schadet als nutzt:

„Die Vereinigten Staaten führen derzeit einen Wirtschaftskrieg gegen ein Zehntel der Länder der Welt mit einer Gesamtbevölkerung von fast 2 Milliarden Menschen und einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von mehr als 15 Billionen Dollar.

Dazu gehören Russland, Iran, Venezuela, Kuba, Sudan, Simbabwe, Myanmar, die Demokratische Republik Kongo, Nordkorea und andere, denen Washington im Laufe der Jahre Sanktionen auferlegt hat, aber auch Länder wie China, Pakistan und die Türkei, die nicht voll unter Sanktionen stehen, sondern Ziele anderer Strafmaßnahmen sind.

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Darüber hinaus sind Tausende von Personen aus zahlreichen Ländern in der Liste der Specially Designated Nationals des US-Finanzministeriums aufgeführt, die effektiv vom US-dominierten globalen Finanzsystem blockiert werden. Viele der Benannten sind entweder Teil der Führungsebene ihrer Länder oder stehen in engem Zusammenhang damit…

Aber in den letzten Monaten scheint es Amerikas unerschütterliches Engagement, alle Geißeln der Welt zu bekämpfen, all diese Regierungen und die wohlhabenden Individuen, die sie unterstützen, zu einer kritischen Masse zu bringen, um ein paralleles Finanzsystem zu schaffen, das für Amerikas langem Arm unerreichbar ist. Sollten sie Erfolg haben, wäre der Einfluss auf Amerikas globale Haltung transformierend.“

Man sollte nämlich nicht vergessen, dass die USA zwar beispielsweise im allgemeinen Außenhandel mit Deutschland und anderen europäischen Staaten offiziell ein Minus macht und die Amerikaner von dort wertmäßig mehr importieren als dorthin zu exportieren, doch das ist nur eine Seite der Medaille. Denn andererseits halten die Amerikaner (ob nun die US-Konzerne und damit deren Aktionäre oder auch die US-Bürger mit ihren Aktienfonds) große Anteile an den europäischen Konzernen und Unternehmen. Die dort erwirtschafteten Gewinne fließen in die USA zurück.

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Das Hauptproblem dabei: Während infolge des Handelsbilanzüberschusses beispielsweise in Deutschland mehr Geld bei der arbeitenden Bevölkerung ankommt, fließen die Kapitalströme der Konzerne fast nur in die Taschen der US-Finanzeliten. Das bisherige System war also vor allem für das Establishment positiv, während die einfache amerikanische Bevölkerung davon kaum profitiert. Trump will dies ändern – aber mit der Holzhammermethode.

Das führt nun dazu, dass das „Amerikanische Weltreich“, das „US Empire“, zunehmend zu zerfallen beginnt und sich neue Bündnisse und geopolitische Systeme etablieren, welche die USA außen vor lassen. Und der wohl einzige Grund dafür, weshalb dies nicht schneller geschieht, ist: Noch dominieren die Amerikaner das globale Finanzsystem. Doch das beginnt sich langsam zu ändern und auch der US-Dollar bekommt zunehmend Konkurrenz. Funktioniert das und schaffen es die anderen Länder, zu einer wirtschaftlichen Konkurrenz für die USA zu avancieren, fallen die letzten Dominosteine der globalen US-Dominanz.

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2 Kommentare

  1. Es gibt keinen ethischen Grund für eine US-Globalherrschaft, sondern nur einen mehrgliedrigen unethischen: Terror! Volksverhetzerischen Terror der US-Massenmedien gegen Völker mit anderen je artgerechten Wirtschaftskulturen. Ökonomischen Terror durch globale US-kapitale Blutsaugerei und Unternehmensentfremderei. Ökonomischen Terror durch US-staatliche Sanktionen. Geheimdienstlichen US-Staats-Terror gegen gewählte Regierungen fremder Völker. Militärischen US-Staats-Terror durch das Pentagon.

    Koreakrieg, Iranputsch, Vietnamkrieg, Chileputsch, Afghanistankrieg, Jugoslawienkrieg, Irakkrieg, Libyenkrieg, Syrienkrieg …

    US-Internazis sind nicht besser als politisch korrekt dargestellte Hitlernazis!

    Oper der US-Völkermordspolitik sind auch die US-Bürger, weil sie durch Steuern und Inflation geplündert werden. Anders als die volldemokratische Schweiz sind die USA nur eine scheinbare Demokratie: Die Bürger wählen, was sie wollen, aber die Gewählten machen, was sie wollen.

  2. In keinem Staat der Erde ist die Gefangenenrate höher als in den USA; z.B. ist sie 5 bis 10 mal höher als in den Staaten von Völkern Europas. Die USA sind insofern der Gefängnisstaat schlechthin. Gefängnisse sind in den USA ein Wirtschaftsfaktor, wobei u.a. „Mc Donalds“ von schlecht oder gar nicht bezahlter Zwangsarbeit profitiert: https://deutsch.rt.com/nordamerika/75124-landesweite-streiks-in-us-gefaengnissen/

    Vor über 30 Jahren wurde „Ikea“ kritisiert, weil er in DDR-Gefängnissen Möbel billigst herstellen ließ. Nun gilt es, „Mc Donalds“ und seine Ausbeuterei zu stoppen. Muss man medizinisch umstrittenes „Fast Futter“ von einem überführten Schinder und Ausbeuter kaufen?

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