Protestmarsch für die Uiguren in China

Die Volksrepublik China soll eine Million muslimischer Uiguren in einem gewaltigen Internierungslager festhalten, so ein Bericht eines UN-Menschenrechts-Panels.

Von Marco Maier

Ein Bericht, der auf den Ergebnissen eines Menschenrechts-Panels der Vereinten Nationen beruht, wirft China vor, bis zu einer Million Uiguren in Gefangenschaft zu halten. In dem Bericht wird es als ein "massives Internierungslager welches geheim gehalten wird" bezeichnet. Das ist eine schwere Anschuldigung gegen Peking und basiert wohl auch darauf, dass vor allem die muslimischen Länder im Menschenrechtsrat auf die Sonderbehandlung der Uiguren aufmerksam machen wollen.

Die ethno-religiöse Minderheitengruppe in der westchinesischen Provinz Xinjiang wurde in letzter Zeit von den chinesischen Behörden verstärkt verfolgt und überwacht, da ihre kollektive sunnitische islamische Identität und ihre separatistischen politischen Bewegungen zu historischen Spannungen mit der kommunistischen Regierung geführt haben.

Am bemerkenswertesten ist die ethnisch uigurisch gegründete und geführte Islamische Bewegung Osttürkistans (ETIM, auch gemeinhin Turkestan Islamic Party oder TIP genannt), eine muslimische Separatistengruppe mit Sitz in Xinjiang, die Dutzende von Terroranschlägen in chinesischen Städten wie Shanghai und Yunnan durchgeführt hat, aber auch an Orten wie Afghanistan und Syrien aktiv ist, wo bis zu 5.000 Uiguren zusammen mit der Al-Qaida und/oder dem "Islamischen Staat" kämpfen.

Peking wurde in den letzten Jahren beschuldigt, kollektive Bestrafung und massive Razzien gegen die rund 11 Millionen Menschen umfassende uigurische Bevölkerung in Xinjiang zu praktizieren (Chinas muslimische Gesamtbevölkerung liegt bei etwa 21 Millionen). Die ethnische Minderheit ist auch im benachbarten Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan zu finden.

Historisch gesehen hat der strikte islamische Teil des wahhabitischen Denkens und Handelns in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Uiguren stark geprägt. Eine Reihe von historischen Analysepapieren dokumentieren einen Anstieg des saudischen Geldes und Einflusses in der Provinz Xinjiang in den 1990er Jahren. Dadurch fand dort ebenso eine Radikalisierung statt wie beispielsweise auch in Indonesien und Malaysia, wo wahhabitische bzw. salafistische Prediger die zuvor recht offenen muslimischen Gesellschaften binnen weniger Jahrzehnte zu geschlossenen konservativen machten.

1 KOMMENTAR

  1. Beschäftigen sie sich mal etwas indensiever mit dem wahhabitischem Denken dann verstehen sie warum man diese Leute besser einsperrt . Die Sautis haben mit Hilfe ihres Geldes viele asiatische Muslime mit der wahhabitischen Islamlehre verseucht .

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