Türkische Lira: Die Talfahrt geht weiter

Die Talfahrt der Türkischen Lira gegenüber Euro und Dollar geht weiter. Das Finanzsystem des Landes wankt.

Von Marco Maier

Nach der Stabilisierung des Außenkurses während der letzten Woche infolge einer Ferienwoche ging es mittlerweile mit der Türkischen Lira wieder bergab. Lag der Kurs am Sonntag noch bei gut sieben Lira je Euro, so liegt er inzwischen bei 7,51. Für einen US-Dollar müssen derzeit 6,44 Lira (Sonntag: ca. 6,10) bezahlt werden. Das liegt zwar noch unter dem Rekordniveau von 8,10 bzw. 7 Lira je Euro bzw. Dollar von vor zwei Wochen, doch die Tendenz ist klar: Es wird wohl noch weiter abwärts gehen.

Angesichts dessen, dass auch das Außenhandelsdefizit weiterhin wächst und im Juli bei rund sechs Milliarden Dollar lag – etwa eine halbe Milliarde mehr als noch im Juni – ist dies viel Geld. Auch wenn der Tourismus im Juli mehr Devisen in die türkische Volkswirtschaft pumpt als im Juni, ist diese Entwicklung nicht wirklich positiv.

Mit dem Ende der Tourismussaison wird es für die Türkische Lira wieder schwieriger, den Kurs zu halten. Wichtig ist es für die türkische Regierung, den Zufluss von Devisen zu verstärken und so eine Stabilisierung der Währung zu erreichen, sowie genügend Währungsreserven zu halten. Gerade das Bankensystem ist darauf angewiesen, dass sich die Lira stabilisiert, da viele Schuldner Dollar- und Euro-Kredite aufgenommen haben und immer mehr von ihnen in die Zahlungsunfähigkeit schlittern.

Die Kreditausfallrate wächst jedenfalls schon an, was kein gutes Zeichen ist und je schwächer die Lira wird, umso mehr Unternehmen und Privatpersonen mit Fremdwährungskrediten werden diese nicht mehr bedienen können. Wenn die ersten Banken zusammenbrechen, drückt dies jedoch den Kurs der Lira weiter, was dann weitere Banken in den Ruin treibt.

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