Der „Pazifische Feuerring“ kommt nicht zur Ruhe. Innerhalb von nur 24 Stunden gab es insgesamt 52 stärkere Erdbeben. Kommt bald der große Knall?

Von Marco Maier

Die Erdkruste ist momentan offenbar stark in Bewegung. Vor allem der geologisch sehr aktive Pazifische Feuerring, der sich von der Antarktis südlich Neuseelands über Papua, Indonesien, die Philippinen, Taiwan, Japan, die Kurilen, die Aleuten und dann an der Westküste des amerikanischen Doppelkontinents wieder zur Antarktis zieht, ist derzeit extrem aktiv. Er ist auch die Heimat von insgesamt 452 aktiven Vulkanen – also rund drei Viertel aller Vulkane auf der Welt.

Alleine am vergangenen Sonntag gab es entlang dieses Rings insgesamt 53 Erdbeben mit einer Magnitude von 4,5 oder höher, was vom U.S. Geological Survey (USGS) als „signifikant“ eingestuft wird. Darunter auch das zweite schwere Erdbeben auf Lombok in Indonesien, welches für weitere Todesopfer sorgte. Und wenn man bedenkt, dass rund 90 Prozent aller Erdbeben dieser Welt entlang dieses Rings stattfinden, kann man davon ausgehen, dass es hier auch heftig knallen wird.

Zwar ist es absolut nicht unüblich, dass es entlang dieses Feuerrings immer wieder (auch stärkere) Erdbeben gibt, doch eine solch große Anzahl wie am Sonntag gab es schon länger nicht. Und: Das stärkste Erdbeben – mit einer Magnitude von 8,2 – ereignete sich im Pazifischen Ozean, nahe den Inseln Fidschi und Tonga. Dass dies keine verheerenden Auswirkungen hatte und keinen Tsunami verursachte, lag daran, dass es zu tief unter dem Meer stattfand und die Gegend zudem nur spärlich besiedelt ist.

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Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie stark ein solches (wie es die USGS nennt) „deep focus“ Erdbeben ist: Im Jahr 2013 ereignete sich ein solches in großer Tiefe stattfindendes Beben mit einer Magnitude von 8,3 nahe der russischen Ostküste und war über ganz Asien hinweg zu spüren. Nun darf man sich einmal vorstellen, welche Auswirkungen ein solches Beben näher an der Oberfläche und dann auch noch in einem dicht besiedelten Gebiet haben kann. Als weiterer Vergleich: Das verheerende Beben bei der indonesischen Insel Lombok mit einer Magnitude von 6,9, welches mehr als 430 Menschen tötete, war dagegen ein kleines schaukeln.

Die Angst vor so einem Mega-Erdbeben geht derzeit um. Gerade in den dicht besiedelten Gebieten könnte ein solches zehntausende Menschen töten und Schäden in mehrstelliger Milliardenhöhe verursachen. Ein schrecklicher Gedanke.

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