Meuthen und Gauland: Sarrazin ist in der AfD willkommen

Thilo Sarrazin, der einen freiwilligen Austritt aus der SPD ablehnt, ist bei der AfD herzlich willkommen, so Jörg Meuthen und Alexander Gauland.

Von Michael Steiner

Gestern erst sagte der Publizist und langjährige SPD-Politiker Thilo Sarrazin gegenüber der FAZ, er wolle nicht freiwillig aus der SPD austreten, obwohl ihm dort inzwischen recht viel Feindseligkeit entgegenschlägt, weil er einige zuwanderungs- und islamkritische Bücher verfasste. Vor allem die SPD-Spitze und der linke Parteiflügel will den früheren Berliner Finanzsenator loswerden.

“Ich bin seit November 1973 Mitglied der SPD. Als ich eintrat, war Willy Brandt Bundeskanzler und Helmut Schmidt Finanzminister.” Er sei Mitglied der SPD geworden, weil er eine auf Frieden und Ausgleich zielende Außenpolitik, ein moderne Wirtschafts- und Finanzpolitik und einen solide finanzierten, leistungsfähigen Sozialstaat gewollt habe. “Daran hat sich bis heute nichts geändert. Dass ich die SPD-Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität teile, versteht sich von selbst”, sagte Sarrazin der Zeitung.

Dem SPD-Präsidium, das seinen Parteiaustritt gefordert hatte, empfahl Sarrazin, sein Buch zu lesen. “Ich lade das Parteipräsidium zur Lektüre ein und stelle mich danach jeder inhaltlichen Debatte innerhalb der SPD, allerdings nur mit Diskussionspartnern, die das Buch vollständig gelesen haben”, sagte Sarrazin. “Die Aufforderung zum Austritt empfinde ich als absurd und werde ihr selbstverständlich nicht nachkommen.”

Indessen erhielt Sarrazin ein Angebot der AfD, im Falle eines Ausschlusses aus der SPD doch der Rechtspartei beizutreten, zumal man in Sachen Migration und Muslime ähnliche Positionen habe. “Anders als der SPD sind uns alle klar denkenden und vernünftigen, fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehenden Menschen willkommen”, sagte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen dem Nachrichtenmagazin Focus.

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Sarrazins Forderung, keine Muslime mehr ins Land zu lassen, unterstütze die AfD. “Der Aussage Sarrazins stimme ich uneingeschränkt zu”, sagte Meuthen. “Wir brauchen ein modernes, den Anforderungen unseres Landes entsprechendes Einwanderungsrecht, wie andere Länder dies längst haben.” Auch der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag und Co-Parteichef Alexander Gauland zeigte sich offen für eine AfD-Parteimitgliedschaft Sarrazins. “Der Analyse von Herrn Sarrazin stimmen wir vollumfänglich zu”, so Gauland.

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Ein Kommentar

  1. Daß Sarrazin heute in der AFD willkommen wäre ist völlig nachvollziehbar. Die Generation der 1968er, die die Macht in der SPD übernommen hat, hat die politischen Koordinaten der Partei derart weit nach Links verschoben, daß alle historischen Führungsfiguren der Sozialisten, wie Kurt Schumacher, Erich Ollenauer, Willy Brandt, natürlich Helmut Schmidt heute rechts von der AFD verortet würden. Ein Mann wie der erste Nachkriegsvorsitzende Schumacher der erklärt hatte, er würde friedlich für jeden Quadratzentimeter deutschen Bodens östlich von Oder und Neiße kämpfen wäre heute ein Fall für den Verfassungsschutz!

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