Kollabiert die Türkei, kommt die nächste Migrantenwelle

Manche mögen mit Schadenfreude auf die Krise in der Türkei blicken, weil sie Präsident Erdogan nicht mögen. Doch: Kollabiert die Türkei, marschieren Millionen Migranten nach Europa.

Von Michael Steiner

Die Krise in der Türkei geht auch die Europäer etwas an. Nicht nur deshalb, weil viele europäische Banken dort finanziell involviert sind, sondern auch aus dem einfachen Grund, dass die Türkei derzeit mehrere Millionen Menschen aus Syrien, dem Irak, dem Iran, Afghanistan und dem nördlichen Afrika beherbergt, die sich infolge eines finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs der Türkei auf nach Europa machen würden.

“In der Türkei leben 4 Millionen Flüchtlinge. Obwohl sie nicht in die türkische Gesellschaft integriert sind, haben sie von einer einladenden Regierung profitiert. Erdogan sagt, er habe 20 Milliarden Dollar für diese Leute ausgegeben. Es ist ziemlich klar, dass es sich um unvorhergesehene Ausgaben handelt, die er ausgeben wollte. Aber wenn Sie noch eine weitere Million hinzufügen, wer weiß”, sagte Bülent Alizira, Leiter des Türkei-Programms des Washingtoner Zentrums für strategische und internationale Studien, gegenüber Newsweek.

Mit der Kombination aus eigenen wirtschafts- und finanzpolitischen Fehlern und der aktuellen Lage auf den Finanzmärkten, welche vor allem den Schwellen- und Entwicklungsländern schadet, leidet auch die Türkei. Und das massiv. Die hohe Inflationsrate lässt vor allem die Armen im Land leiden, aber auch die Mittelschicht kämpft mit den starken Preiserhöhungen, während die Löhne kaum mitziehen.

Doch wenn es in der Türkei kracht, ist auch kein Geld mehr für die Versorgung der Flüchtlinge und Migranten vorhanden, welche eigentlich ohnehin nach Europa wollen. Die türkischen Behörden werden sie in diesem Falle nicht (mehr) aufhalten und innerhalb weniger Wochen könnten sich so mehr als eine Million Menschen – vielleicht sogar zwei oder drei Millionen – auf über den Bosporus nach Europa machen.

Loading...
Lesen Sie auch:  Hyperinflation & die Neuordnung des globalen Finanzsystems

Und was dann? Wie werden die Grenzschützer in Südosteuropa reagieren? Glaubt wirklich jemand, dass diese Menschenmasse dann am Balkan auf nennenswerten Widerstand stoßen wird? Wohl kaum. Immerhin weiß man dort auch, dass diese Migranten ohnehin nach Deutschland und die umliegenden wohlhabenderen Länder wollen. Die EU sollte sich auf diesen Fall vorbereiten – oder mit noch schlimmeren Bildern konfrontiert werden, als noch im Jahr 2015.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

5 Kommentare

  1. Wären sie selbstbewusst, könnten die EU-Staaten sehr wohl eine “Festung Europa” sichern und schützen. Das ist politisch nicht gewollt, und sollte sich nichts ändern, werden noch zig Millionen weiterer Muslime illegal über unsere Länder herfallen und uns weiterhin den Garaus machen. Von mir aus kann die Türkei sich in Luft auflösen – niemand wird sie vermissen. Mit ihrer völlig verblödeten Offene-Grenzen-Politik tötet Deutschland sich aber selbst. Leider verschläft das Gros der Deutschen den eigenen Volkstod – CFR wird es freuen…

    1. “Von mir aus kann die Türkei sich in Luft auflösen – niemand wird sie vermissen.”
      Wenn 2- 3 Millionen Syrer, eine Million Nord und Schwarzafrikaner bis 2020 zusätzlich auf deutschen Strassen sind und bis 2030 mit weiteren 15 Millionen zu rechnen ist, dann vermisst sicher keiner die Türkei.

      “Wären sie selbstbewusst, könnten die EU-Staaten sehr wohl eine „Festung Europa“ sichern und schützen.”
      Mit Kette durch die Ägäis? Was genau meinen Sie mit “selbstbewusst”?

      “werden noch zig Millionen weiterer Muslime illegal über unsere Länder herfallen und uns weiterhin den Garaus machen.” Das ist wirklich genial, solch eine Verblendung kann man schwer toppen.

      Wer ist den so die letzten Jahrzehnte über wen hergefallen? Christen aus den USA und Christen aus UK über Moslems in Irak? Die haben das Land zerkloppt, wegen Massenvernichtungswaffen die nicht da waren, dort kommen missgebildete Babys auf die Welt, wegen Uran beschichteter Munition. Und Afganistan? Wie viele Zivile Tote? Christen werfen Bomben ab und moslemische Kinder rennen schreiend ohne Arme und Hände oder fehlender Gesichtshälfte über die zerfetzten Leiber ihrer Eltern und Geschwistern.
      Durch das von Christen gerissene Loch im Irak enstehen Terrororganisationen und weil der böse moslemische Assad keine Pipeline will, dass ist doof, weil die Christen wollen, hetzt man denen die gezüchteten Terrorbanden auf den Hals und wieder Hundert Tausende Tote, von denen die von Demokratie, Menschenrechten und Werten reden.
      Jetzt besitzen diese Moslems auch noch die Unverschämtheit in christliche Länder zu kommen, statt wie es sich gehört im eigenen Land von Christen oder deren Handlanger sich töten zu lassen.

  2. Naja, wenn ich mir Silkes und ketzers Kommentar so lese, denke ich mir dass es besser ist wenn derartige Gestalten im Abfluss der Geschichte enden. Lasst sie kommen, schlechter können sie nicht sein.

  3. Ob mit oder ohne Türkei: Die Bundeswehrsoldaten, vor allem die Offiziere, sind zu dumm, die Transatlantifanten-Ursel von der Leyen krankenhausreif zu machen; eine aufwändig auf Bürgerkosten ausgebildete Ärztin gehört ins Krankenhaus. Es ist die Pflicht der Bundeswehr, Invasoren abzuhalten oder aufzugreifen und außer Landes zu bringen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.