Al-Kaida im Jemen. Bild: Al-Masdar News

Nicht nur in Syrien, auch im Jemen kooperiert die US-Koalition mit der radikalislamischen Miliz al-Kaida. Selbst AP musste dies nun berichten und verdeutlicht, was die USA dort tatsächlich wollen.

Von Marco Maier

Eigentlich sind gerade die großen Nachrichtenagenturen sehr zurückhaltend, wenn es um Berichte über die Zusammenarbeit Washingtons mit diversen radikalsunnitischen Dschihadisten geht, weshalb diese Meldung wohl vor allem für die Mainstream-Medienkonsumenten wohl eine Überraschung sein dürfte. Da gilt eigentlich das Motto, dass es zwar jeder weiß aber niemand ein Wort darüber verliert. Immerhin machen die Amerikaner die Dschihadistengruppe al-Kaida für das nationale Trauma vom 11. September 2001 verantwortlich, welches zum Krieg gegen Afghanistan und den Irak führte.

Doch nun kommt selbst die Associated Press (AP) in einem Bericht über den Krieg im Jemen nicht darum herum, über die Kooperation der US-Koalition mit den Terroristen der al-Kaida zu schreiben. Einleitend heißt es:

"In den vergangenen zwei Jahren hat eine von Saudi-Arabien geführte und von den Vereinigten Staaten unterstützte militärische Koalition immer wieder entscheidende Siege errungen, die Al-Qaida-Kämpfer aus ihren Hochburgen über den Jemen vertrieben und ihre Fähigkeit, den Westen anzugreifen, zerstört haben.

Hier ist, was die Sieger nicht preisgaben: Viele ihrer Eroberungen kamen, ohne einen Schuss abzufeuern.

Das liegt daran, dass die Koalition geheime Abkommen mit Al-Qaida-Kämpfern (der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel, AQAP) getroffen hat und einige dafür bezahlte, wichtige Städte und Städte zu verlassen und andere mit Waffen, Ausrüstung und Geldbeuteln zurückziehen zu lassen, so eine Untersuchung von The Associated Press. Hunderte weitere wurden rekrutiert, um der Koalition selbst beizutreten."

Aus US-Sicht gilt eben das Motto, wonach der Feind meines Feindes mein Freund ist. Und wenn es gegen den schiitischen Iran geht, dann kann keine sunnitische Dschihadistenmiliz zu extrem und gefährlich sein, als dass man sie nicht unterstützten würde, nur um Teheran zu schaden. Doch während Washington nicht müde wird, den Iran als "Terror-Unterstützer" zu brandmarken, arbeitet man selber (zusammen mit den Verbündeten Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate) mit Terrorgruppen zusammen, so lange es den eigenen geopolitischen Interessen entspricht.

Der Antiterrorspezialist und Nahost-Analyst Michael Horton weist in dem Bericht weiter darauf hin: "Elemente des US-Militärs sind sich bewusst, dass vieles, was die USA im Jemen tun, der AQAP hilft, und es gibt viel Angst davor."

Horton wird von der AP so zitiert, dass die aktuelle US-Politik unverblümt widergegeben wird: "Aber die Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate und des Königreichs Saudi-Arabien gegenüber dem, was die USA als iranische Expansion ansehen, hat Vorrang vor dem Kampf gegen AQAP und sogar gegenüber der Stabilisierung des Jemen". Er fügte hinzu, dass die Bekämpfung der AQAP durch die Koalition "eine Farce" sei.

1 KOMMENTAR

  1. Die Überraschung liegt auch darin, dass der Ami den IS bekämpft, den er selber mühsam erschaffen hat, gell? 

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