Asylbewerber beim Deutschunterricht - Bild: Flickr /Universität Salzburg (PR) CC BY 2.0

Asylbewerber die noch keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung haben, sollen laut IW-Direktor Michael Hüther nicht abgeschoben werden dürfen, wenn sie gut integriert wären. Dies sei ökonomisch unsinnig.

Von Michael Steiner

Immer wieder kommt es vor, dass Asylbewerber nur eine vorübergehende Duldung in Deutschland erhalten, in dieser Zeit dann die Sprache erlernen und sogar einem Beruf nachgehen. Doch unter Umständen werden diese Menschen dann nach einigen Jahren abgeschoben. Dagegen sträubt sich der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther.

"Gut ausgebildete und integrierte Beschäftigte abzuschieben ist völlig unsinnig", sagte Hüther der "Bild". Mit Blick auf die bereits in Deutschland lebenden Geflüchteten und Migranten fordert er die Einführung des sogenannten "Spurwechsels". "Wer bereits im Land ist, muss aus dem Asyl-System ins System der Einwanderung von Fachkräften wechseln können", sagte Hüther.

"Bisher verhindert das Gesetz diesen Spurwechsel. Ist der Krieg im Herkunftsland vorbei, droht, dass ein oft gut integrierter, geschätzter Kollege mit sicherem Einkommen das Land verlassen muss. Das überzeugt nicht, es ist volkswirtschaftlicher Unsinn!" Hüther warnte: "Wenn permanent die Ausreise oder Abschiebung droht, nimmt niemand mehr die Kosten und Mühen auf sich, einen Flüchtling auszubilden und ihm Deutsch beizubringen."

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Bei der Spurwechel-Regelung fordert der IW-Direktor bestimmte Einschränkungen. "Die Asylsuchenden hätten auch nach bisher geltendem Einwanderungsrecht zu uns gedurft, etwa weil sie bei uns benötigte Fähigkeiten mitbringen. Sie sind vor einem bestimmten Stichtag, dem 1. Januar 2018, gekommen. Und sie sind erfolgreich integriert und haben einen Job." So würden man auch die Bundesländer mit ihren Abschiebe-Problemen entlasten, sagte der IW-Direktor.

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5 KOMMENTARE

  1. Ist der Herr Hüther mit seinem Institut denn auch bereit, die Kosten für diese gesamte Industriereserve zu tragen? Oder gedenkt er, so wie üblich, die dem Steuerzahler auf's Auge zu drücken? Natürlich sein Sponsoring nur dann, wenn die Gesamtkosten über der Arbeitsleistung liegen…. Fordern kann jeder Armleuchter etwas, ich fordere schnellstens Regen und einen Austausch der Regierung!

     

  2. Die sehr geringe Zahl derer, die gut integriert und mit eigenem Einkommen als Bürgerkriegsflüchtlinge ins Land gekommen sind, läßt die aufgeblähte Diskussion der letzten Tage in der Öffentlichkeit völlig unsinnig erscheinen. Sie bezweckt nur eines, vom wesentlichen Problem abzulenken.

  3. So hatte ich mir das schon gedacht. Alle Asylbewerber, die keinen wirklichen Anspruch darauf haben (also fast alle), können so durch die Hintertür den deutschen Personalausweis erhalten. Unglaublich, wie weit die Verblödung in dieser Diskussion gereift ist. Für den Arbeitsmarkt müssen in erster Linie die Deutschen, die das katastrophale Bildungssystem durchlaufen haben, für die Mangelberufe qualifiziert werden. Eine Angestellte des Jobcenters sagte einmal, dass viele Qualifizierte in für sie niedrigqualifizierten Jobs herumdümpeln. Sie wieder in ihre erlernten Berufe zurück zu bringen, würde Raum schaffen für viele andere Arbeitslose, die nicht überqualifiziert sind. Sollte das nicht ausreichen, braucht Deutschland ein Einwanderungsgesetz. Hart und klar, nach dem Vorbild Australiens oder Kanadas. Der Mann meint keine Asylbewerber, er meint in Wahrheit illegale Migranten. Denn kaum einer der illegal Eingewanderten wird persönlich politisch verfolgt in der Heimat, ich bezweifle, dass viele von denen überhaupt verstehen, was das bedeutet.

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