Iranische Gasförderstätte im mit Katar geteilten Gasfeld. Bild: Iran's Payvand News Service

Nachdem die französische Total sich wegen den US-Sanktionen aus einem Gasprojekt im Iran herauszog, sprang der chinesische Energiegigant CNPC ein.

Von Marco Maier

Die US-Sanktionen gegen den Iran verlaufen zunehmend im Sande. Zwar ziehen sich immer mehr europäische Unternehmen aus dem Iran-Geschäft heraus, doch immer öfter springt China dann in die Bresche und ersetzt die Europäer. So auch bei einem Multi-Millliarden-Dollar Gasprojekt.

Der sich im Staatsbesitz befindliche chinesische Energiekonzern CNPC – nach der saudi-arabischen Aramco und der National Iranian Oil Company der drittgrößte Energiekonzern der Welt nach Einnahmen – sprang für die französische Total ein, welche sich aus dem South Pars-Gasprojekt herauszog, um nicht von den US-amerikanischen Strafen betroffen zu werden, welche für Iran-Geschäfte drohen, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Shana berichtet.

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"China National Petroleum Corp (CNPC) hat Total aus Frankreich mit einem Anteil von 80,1 Prozent in der Phase 11 von South Pars (Gasfeld) ersetzt", zitiert IRNA den Investment-Direktor des iranischen Ölkonzerns NIOC, Mohammad Mostafavi, obwohl es keine sofortige Bestätigung des IRNA-Berichts durch CNPC gab. Nach der Transaktion wird die CNPC, die zuvor einen 30 Prozent starken Anteil an dem Projekt hatte, nun einen Anteil von 80,1 Prozent am Projekt halten, nachdem sie den Anteil von Total von 50,1 Prozent übernommen hat. Der Rest wird von Petropars im Iran gehalten.

Das Gasfeld befindet sich (siehe Grafik oben) im Persischen Golf in den Gewässern von Katar und dem Iran. Es handelt sich hierbei um das größte jemals gefundene Gasfeld an einem Platz.

Ist China also bereit, Trumps Zorn zu riskieren und wirtschaftliche Sanktionen zu erleiden? Es sieht derzeit so aus: Die CNPC wird ihre Bankeinheit, die Bank of Kunlun, als Finanzierungs- und Clearingvehikel nutzen, wenn sie den Betrieb von South Pars übernimmt. Die Bank wurde während der UN-Sanktionen gegen Teheran zwischen 2012 und 2015 verwendet, um Ölimporte im Wert von mehreren Milliarden Dollar zu begleichen, und ist somit gut gerüstet, die US-Sanktionen zu umgehen. Die Geschäfte werden hierbei in Euro und Yuan abgewickelt, nicht in US-Dollar.

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