Alexander Gauland im April 2017 am Bundesparteitag der AfD - Bild: Flickr / JouWatch CC BY-SA 2.0

AfD-Chef Alexander Gauland berichtet von einem Treffen mit Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Dabei sei es um einen angeblichen "russischen Agenten" gegangen.

Von Redaktion

Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen sprach nicht nur mit der damaligen Parteivorsitzenden Frauke Petry, sondern auch mit dem heutigen Co-Parteichef Alexander Gauland. Damit legt der rechtskonservative Politiker in der Debatte um die Kontakte des Verfassungsschutzes mit der AfD-Spitze die Karten auf den Tisch. "Ja, ich habe ein Gespräch mit Herrn Maaßen geführt", sagte Gauland den Funke-Zeitungen.

"Es gab den Verdacht, dass wir in der Fraktion einen Einflussagenten Moskaus hätten. Das wollte ich klären. Herr Maaßen hat mir nach einer gewissen Prüfung gesagt, dass da nichts dran ist." Auf die Nachfrage, ob er sich auch Tipps geholt habe, wie die AfD einer Beobachtung entgehen könne, sagte Gauland: "Um Gottes Willen! Es wäre mir peinlich, mit Herrn Maaßen so etwas zu besprechen." Gauland sagte, er schätze Maaßen "als objektiven Spitzenbeamten". Behauptungen, er habe der früheren AfD-Vorsitzenden Frauke Petry irgendwelche Ratschläge gegeben, halte er für frei erfunden. Im Bundesvorstand habe Petry "mal so getan, als ob sie sich mit Maaßen getroffen hat", berichtete Gauland. "Ich weiß es nicht. Vielleicht war es nur ein Telefongespräch."

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Die frühere AfD-Funktionärin Franziska Schreiber, welche sich mit solchen Behauptungen auch einfach nur wichtig machen wollen könnte, behauptet in einem Buch, Maaßen habe Petry Tipps gegeben, wie die AfD einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz entgehen könne. Petry dementierte das Treffen und angebliche Ratschläge. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz wies Meldungen zurück, Maaßen habe der AfD gezielt entsprechende Tipps gegeben. Die Amtsleitung führe aber regelmäßig Gespräche auch mit Abgeordneten. Gauland bestritt, dass es Rechtsextreme in der AfD gebe. "Wir sind anarchisch, demokratisch und halten am Grundgesetz fest", sagte er. "Mit Führerprinzip und Nationalsozialismus haben wir nichts zu tun."

Kein Erfolg für Bannon

Für den ehemaligen Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump und ehemaligen Breitbart-Redakteur Steve Bannon sieht Alexander Gauland allerdings kaum Chancen in Europa. "Herrn Bannon wird es nicht gelingen, zur Europawahl eine Allianz von Gleichgesinnten zu schmieden", sagte der AfD-Politiker.

Die Interessenlage der systemoppositionellen Parteien in Europa sei doch sehr unterschiedlich. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel habe sich einmal mit Bannon getroffen. "Ich sehe aber keine großen Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Wir sind nicht in Amerika." Zudem wolle die AfD in die Regierung und nicht nur Oppositionspartei sein.

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