Das bringt die Türkei an den Rande des finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs: Die Türkische Lira stürzt massiv ab.

Von Marco Maier

Die Türkische Lira ist nach einer Aufforderung von Präsident Recep Tayyip Erdogan an die Wirtschaft, keine Devisen zu kaufen, fast ins Bodenlose gestürzt. Innerhalb von nur wenigen Minuten mussten statt 6,43 gleich 7,02 Lira für einen US-Dollar bezahlt werden. Derzeit liegt der Kurs bei 6,99. Für die türkische Wirtschaft ist dies eine Katastrophe, zumal sich der Außenwert der Währung gegenüber dem Dollar innerhalb von nur einem Jahr geradezu halbiert hat.

Gestern behauptete Präsident Erdogan während eines Treffens der AKP-Parteispitzen in der Schwarzmeerstadt Trabzon, dass die Schuld für den Währungsverfall außerhalb zu suchen sei. „Es gibt keinen wirtschaftlichen Grund… Es ist eine Operation gegen die Türkei“, so der türkische Staatschef. „Ich rufe die Industriealisten auf, die Banken nicht zu attackieren und Devisen zu kaufen“, sagte er weiter. „Es ist die Pflicht der Industriealisten diese Nation auf den Füßen zu halten. Wenn nicht, werden wir unseren Plan B und C in Bewegung setzen.“

Alleine diese Drohung, die wohl vor allem Kapitalverkehrskontrollen und sogar die Beschlagnahmung von Gold und Dollarbeständen beinhalten könnten, ließen die Kapitalflucht aus der Lira in ausländische Währungen in die Höhe schießen. Inzwischen scheint das Motto nur noch „rette sich wer kann“ zu lauten, da die Angst vor massiven staatlichen Gegenmaßnehmen umgeht und die Furcht vor einer Hyperinflation, welche sämtliche Ersparnisse und Finanzreserven vernichtet.

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Wenn man bedenkt, dass Goldman Sachs kürzlich erst davor warnte, dass die türkischen Banken bei einem Lira-Kurs von 7,10 pro US-Dollar faktisch in den Konkurs getrieben werden, weil deren ganzes Reservekapital damit vernichtet sein wird, sollte man die jüngste Kursentwicklung durchaus ernst nehmen. Da braut sich ein finanzielles Gemetzel zusammen, welches auch für die EU schlimmer als die Griechenland-Krise werden könnte, da viele europäische Banken und Unternehmen in der Türkei aktiv sind.

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2 KOMMENTARE

  1. MenschenfrEsso, McBombalds und Cokakoksgesöff schaden Autos und Menschen. Wir brauchen die USA nicht. Ob Türken, Europäer, Chinesen – alle waren viel früher da als die blutsaugerischen und völkermörderischen Dauerterroristen des militärisch-industriellen Komplexes in Übersee. Deren Imperium begann mit dem Völkermord an den Indianern und der Verschleppung von Afrikanern. Geändert hat sich nichts.

    Von deutschen Boden soll nie wieder Krieg ausgehen, schworen Bürger hierzulande nach dem WK2. Aber die USA nebst GB und F putschten und völkermordeten seit damals ohne Pause weiter in Korea, Iran, Vietnam, Algerien, Chile, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien …

    Am besten auf lange Sicht wird es für die Türkei sein, sich völlig von den USA abzukoppeln. Welcher Türke will schon seine Stammesbrüder und Glaubensgenossen von türkischem Boden aus abgeschlachtet sehen?

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