Noam Chomsky. Bild: Wikimedia / Kelly Maeshiro CC BY-SA 3.0

Der politische Dissident und liberale Denker Noam Chomsky sagt, die Einmischung Israels in die US-Wahlkämpfe und die US-Politik ist deutlich stärker als das, was Russland jemals machen könnte.

Von Marco Maier

Während sich die einfachen US-Bürger faktisch gar nicht um die angebliche "russische Einmischung" in die US-Wahlkämpfe kümmern, bzw. diese ihnen schlichtwegs einfach nur egal ist, wird das Thema vor allem von der Washingtoner Politik und den Mainstreammedien weiterhin hochgekocht und sorgt dafür, dass weitere Sanktionen gegen Moskau eingefordert werden. Doch laut dem liberalen Denker und politischen Dissidenten Noam Chomsky ist es nicht Russland, welches die Wahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika nachhaltig beeinflusst, sondern vielmehr Israel.

So sagte er: "Haben sich die Russen in unsere Wahlen eingemischt? Ein Thema der überwältigenden Bedenken in den Medien. Ich meine, in weiten Teilen der Welt ist das zumeist ein Witz." Und weiter: "Zuerst einmal, wenn Sie in ausländische Einmischung in unsere Wahlen interessiert sind, was auch immer die Russen getan haben mögen, zählt oder wiegt auf der Waage nur wenig, was andere Staaten tun, offen, schamlos und mit gewaltiger Unterstützung."

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Dann kommt er auf den Punkt: "Die israelische Intervention bei den Wahlen in den USA überwältigt alles, was die Russen getan haben könnten… Ich meine, sogar bis zu dem Punkt, an dem der Premierminister Israels, Netanjahu, direkt zum Kongress geht, ohne den Präsidenten zu informieren, und mit überwältigendem Beifall zum Kongress spricht, um die Politik des Präsidenten zu untergraben – was mit Obama und Netanjahu im Jahr 2015 passiert ist…"

Er fragt: "Ist Putin gekommen, um zu den gemeinsamen Sitzungen des Kongresses eine Ansprache zu geben, in der er versucht, die Politik der USA umzudrehen, ohne den Präsidenten zu informieren? Und das ist nur ein kleiner Teil dieses überwältigenden Einflusses.

Wenn Sie sich also für den Einfluss von… ausländischen Einfluss auf Wahlen interessieren, gibt es Orte zu sehen. Aber selbst das ist ein Witz. Ich meine, eines der elementarsten Prinzipien einer funktionierenden Demokratie ist, dass gewählte Vertreter gegenüber denen, die sie gewählt haben, aufgeschlossen sein sollten. Es gibt nichts elementareres als das. Aber wir wissen sehr gut, dass das in den Vereinigten Staaten einfach nicht der Fall ist."

Chomsky führte weiterhin den Umstand an, dass die US-Abgeordneten trotz des persönlichen Mehrheitswahlrechts einen Scheißdreck auf ihre Wähler geben und stattdessen den Interessen der Geldgeber für ihre Wahlkampagnen dienen, sowie jenen der Superreichen des Landes und der großen Konzerne: "Das konzentrierte private Kapital, der Unternehmenssektor, der Superreichtum, greift massiv massiv in unsere Wahlen ein, soweit, dass die elementarsten Prinzipien der Demokratie unterminiert werden. Nun, natürlich, das alles ist technisch legal, aber das sagt etwas über die Funktionsweise der Gesellschaft aus."

Es wäre an der Zeit, dass sich die US-Politik den amerikanischen Interessen (also jenen der Bevölkerung, nicht nur jener der Finanzeliten) widmet und Israel genau gleich wie jeden anderen Verbündeten/Alliierten auf der Welt behandelt – ohne Bevorzugung und Extrawürste.

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1 KOMMENTAR

  1. Da hat er wohl recht. Im Gegenzug beachte man die früher thematisierten Einflussnahmen der USA auf andere (souveräne) Staaten auch bezüglich Wahlen, der economic hitmen,  und sogar bis hin zu Staatsstreichen und mysteriösem Ableben von deren US-kritischen Politikern / Militärs. Eine Frechheit sondergleichen! Die USA als Musterknaben besonders moralischer Staatsräson / praktizierter Demokratie  können doch ernsthaft nur deren (verblendete oder gekaufte) Quislinge und Lakaien propagieren. Dazu die Nichtanerkennung der Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofes durch die USA, wobei, ob der wirklich unabhängig ist? (Beispiel BVG)  Konsequenzen für uns: Abstand und Distanz zum Dreh-und Angelpunkt der wirklichen Achse des Bösen!  Ansonsten mitgegangen, mitgehangen…, falls der Herrgott ein Einsehen hat, und Nürnberg 2.0 durchführen lässt. Noch Fragen, Kienzle?!

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