Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Bild: © Sputnik/ Vladislav Belogrud

Der chinesische Botschafter in Syrien hat angeboten, dass die Volksbefreiungsarmee den Regierungstruppen bei der Rückeroberung der umkämpften Gebiete hilft. Immerhin befinden sich tausende muslimische Uiguren aus China bei den Dschihadisten.

Von Marco Maier

Die chinesische Volksbefreiungsarmee könne den syrischen Regierungstruppen bei der Rückeroberung der von Dschihadisten besetzt gehaltenen Provinz Idlib und anderen umkämpften Gebieten des Landes helfen, so der chinesische Botschafter in Syrien, Qi Qianjin, in einem Interview mit der regierungsfreundlichen syrischen Tageszeitung Al-Watan. So sei die chinesische Armee gewillt, "gemeinsam mit der syrischen Armee welche die Terroristen in Idlib und in anderen Teilen Syriens bekämpft" zu unterstützen.

In Idlib selbst gibt derzeit die "Hayat Tahrir al-Sham" (HTS), früher als al-Nusra Front bekannt, den Ton an. Das sind vorwiegend mit der al-Kaida verbundene Milizen, welche auch von den Vereinigten Staaten und den arabischen Golfstaaten unterstützt werden. Und nachdem die syrische Armee bereits weite Teile im Süden des Landes befreit hat, könnte es bereits im September zu einer Großoffensive im Norden kommen, um die schätzungsweise rund 40.000 Mann starke Islamistenarmee in der Region endgültig niederzuringen. Angesichts dessen, dass sich weiterhin rund zwei Millionen Zivilisten in dem Gebiet aufhalten, befürchtet man schon, dass die Schlacht um Idlib zu einer der blutigsten des ganzen nunmehr sieben Jahre andauernden Krieges werden könne – vergleichbar mit der Schlacht um Aleppo im Jahr 2016.

China ist hauptsächlich daran interessiert, sich mit syrischen Regierungstruppen verbünden zu können, um die bedeutende Komponente der in Idlib operierenden chinesischen muslimischen ausländischen Kämpfer auszurotten. Die hartgesottenen militanten islamistischen Uiguren sind in den letzten Jahren zu Tausenden aus der westchinesischen Provinz Xinjiang nach Syrien eingereist, wo die ethno-religiöse Minderheitengruppe zunehmend unter Verfolgung und Aufsicht durch den Staat steht. Im Jahr 2017 schätzte die syrische Regierung ihre Zahl auf rund 5.000.

Der chinesische Botschafter in Syrien, Qi Qianjin, betonte in seinen Kommentaren die gegenseitigen Gegenterror-Interessen, indem er indirekt auf uigurische Dschihadisten Bezug nahm und zur Zeitung "Al-Watan" sagte: "Es gibt eine positive militärische Kooperation zwischen China und Syrien im Bereich der Terrorismusbekämpfung. Der Krieg gegen den Terror und die syrische Kampagne gegen die Terroristen dienen nicht nur den Interessen des syrischen Volkes, sondern auch den Interessen des chinesischen Volkes und aller Völker der Welt. Er erklärte weiter die chinesischen Interessen in dem Krieg: "Es gab eine enge Zusammenarbeit zwischen unseren Armeen im Kampf gegen die Terroristen [die nach Syrien kamen] aus der ganzen Welt, einschließlich Terroristen, die aus China kamen. Diese Zusammenarbeit zwischen den Armeen und [anderen ] relevante Elemente werden in Zukunft weitergeführt…"

Auf die Frage nach der bevorstehenden Idlib-Offensive antwortete Qianjin, China "folge der Situation in Syrien, insbesondere nach dem Sieg im Süden, und sein Militär sei bereit, sich neben der syrischen Armee, die gegen die Terroristen kämpft, in Idlib und in jedem anderen Teil von Syrien zu beteiligen."

Und in einer separaten Erklärung gegenüber "Al-Watan" unterstützte der chinesische Militärattaché in Syrien, Wong Roy Chang, die Aussage des Botschafters, wenn auch in einem zurückhaltenderen Tonfall. Chang sagte: "Die militärische Zusammenarbeit zwischen der syrischen und der chinesischen Armee ist im Gange. Wir haben gute Beziehungen und wir pflegen diese Zusammenarbeit, um der Sicherheit, Integrität und Stabilität unserer Länder zu dienen. Wir – China und seine Militärs – wollen unsere Beziehungen zur syrischen Armee entwickeln."

Alles in allem scheint sich das Blatt in Syrien nun komplett zugunsten der Regierung von Präsident Bashar al-Assad zu wenden. Sollten neben Russland und dem Iran nun auch die Chinesen aktiv werden und die eigenen Truppen in einen Kampfeinsatz gegen die Dschihadisten schicken, könnte die syrische Regierung bald schon wieder die völlige Kontrolle über das Land erhalten. Für die Amerikaner und die Golfaraber wäre dies allerdings ein Horrorszenario.

4 KOMMENTARE

  1. Soviel "Terrorismusbekämpfung" wollte die "westliche Wertegemeinschaft" nun aber wirklich nicht haben!  Also bitte, der Krieg gegen den "Terror"  erfolge doch gefälligst nach US- und UK-Spielregeln…Jede Großlüge muss durch viele kleinere Nebenlügen gestützt und untermauert werden.

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