Bolton in Israel: Kriegsplanungen?

John Bolton traf am Sonntag in Israel ein, um mit Benjamin Netanyahu über das angebliche Atomwaffenprogramm des Iran zu diskutieren. Die antiiranischen Hardliner hecken wohl Kriegspläne aus.

Von Marco Maier

Obwohl selbst Experten der Internationalen Atomenergiebehörde, welche immer wieder Inspektionen durchführt, die Existenz eines iranischen Atomwaffenprogramms nicht bestätigen können, wollen der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump, John Bolton, und der israelische Premierminister, Benjamin Netanyahu, über das angebliche Atomwaffenprogramm des Irans sprechen. Die Gespräche, die gestern begonnen wurden, sollen heute fortgeführt werden.

Angesichts dessen, dass Netanyahu damit prahlt, US-Präsident Trump zum Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran überredet zu haben und der offenbar vorhandenen Kriegsgeilheit der rechtskonservativen israelischen Führung in Sachen Iran, und angesichts der Tatsache, dass die US-Regierung von zionistischen Hardlinern durchsetzt ist, darf man davon ausgehen, dass auch über entsprechende Kriegspläne diskutiert wurde.

Vor allem ist allseits bekannt, dass Bolton ein starker Befürworter eines Waffengangs gegen den Iran ist und schon mehrfach dazu aufforderte, militärisch gegen den schiitischen Gottesstaat vorzugehen. Was soll man als Ergebnis dieser Beratungen denn anderes erwarten als die Absicht, erneut ein Land ohne handfeste Beweise für irgendwelche Massenvernichtungswaffen zu bombardieren? Die bellikose US-Außenpolitik, die sich im Nahen Osten prinzipiell an den israelischen Wünschen orientiert, ist berüchtigt.

Der Iran ist zwar mit Sicherheit kein Staat, in dem man gerne leben würde und auch die Unterstützung der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon kann man durchaus kritisieren, doch was die Terror-Unterstützung angeht, sind die sunnitischen Diktaturen im arabischen Raum deutlich schlimmer. Auch ist es nicht der Iran, der im Jemen tausende Zivilisten massakriert, sondern Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (unterstützt von Amerikanern, Briten und Franzosen). Aber wen interessiert das schon?

Loading...
Spread the love
Lesen Sie auch:  Türkei wütend nach Aufhebung des jahrzehntelangen US-Waffenembargos gegen Zypern

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.