Vertreter des US-Energieministeriums die Plutonium transportierten, wurden bestohlen. Material für eine "schmutzige Bombe" befindet sich nun in unbekannten Händen. In den letzten Jahren ging viel radioaktives Material "verloren"…

Von Marco Maier

Wäre es nicht so gefährlich, müsste man eigentlich über die Inkompetenz der US-Regierungsmitarbeiter lachen. Denn zwei Sicherheitsbeamte des US-Energieministeriums (welches auch die Aufsicht über die Atomkraftwerke und die Nuklearwaffen des Landes hat) wurden auf dem Parkplatz des Marriott-Hotels in San Antonio (Texas) bestohlen. So dämlich wie sie waren, ließen sie atomwaffenfähiges Plutonium auf der Ladefläche ihres Ford Expedition liegen, welches dann auch prompt entwendet wurde. Angesichts dessen, dass es sich hierbei um eine für die hohe Kriminalitätsrate bekannte Gegend handelt, ist das nicht einfach nur fahrlässig, das ist hochgradig dumm.

Ein Untersuchungsbericht der Watchdog-Gruppe, dem Center for Public Integrity, beschreibt eine "sensible Mission" von zwei Sicherheitsexperten des Idaho National Laboratory des US-Energieministeriums im März 2017, um gefährliche Nuklearmaterialien von einem gemeinnützigen Labor in San Antionio wieder in eine Hochsicherheits-Regierungseinrichtung in Idaho zu transportieren.

Dabei handelte es sich um Spezialgeräte, die in dem Bericht als "eine kunststoffbeschichtete Plutoniumscheibe, ein Material, das zum Treiben von Atomwaffen verwendet werden kann, und eine andere Scheibe bestehend aus Cäsium, ein hochradioaktives Isotop, das möglicherweise in einer sogenannten 'schmutzige radioaktive Bombe' verwendet werden kann." Und: Plutonium ist eine der teuersten und gefährlichen Materialien der Welt.

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Aber das ist noch nicht alles: Zwar wurde eine Untersuchung eingeleitet, aber die "joint terrrorism taskforce" des FBI fand es nicht einmal wert, überhaupt aufzutauchen, nachdem die Behörde von der lokalen Polizei kontaktiert wurde.

Wenn man nun bedenkt, dass alleine im Zeitraum von 2004 bis 2009 etwa ein halbes Kilogramm Plutonium und mehr als 22 Kilogramm angereichertes Uran in den USA "verloren" gingen, scheint man sich bei den Bundesbehörden der Vereinigten Staaten nicht wirklich viele Sorgen darüber zu machen, was mit dem radioaktiven Material geschieht. Bis dann irgendwann die ersten schmutzigen Bomben im Land hochgehen… Und vielleicht auch sogar noch unter "falscher Flagge", um so einen Kriegsgrund gegen ein Land zu finden, welches der jeweiligen aktuellen US-Administration nicht in den Kram passt.

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