Der Flugzeugträger USS Carl Vinson (CVN 70) mit dem Zerstörer JS Samidare (DD-106). Bild: US Navy

Der Iran drohte im Konflikt mit den USA und Saudi-Arabien damit, den Persischen Golf zu blockieren. Washington warnte, man werde sich den Weg notfalls freischießen.

Von Marco Maier

Angesichts der zunehmenden Aggressionen Washingtons und Saudi-Arabiens gegenüber dem Iran hat Präsident Hassan Rohani damit gedroht, zur Not den Persischen Golf an der Straße von Hormuz zu blockieren, was die Möglichkeiten der Ölexporte der Golfanrainer erheblich einschränken würde. Doch nach der Erhöhung des Drucks der Amerikaner auf die Alliierten, kein iranisches Öl mehr zu kaufen und den neuen Sanktionen bleibt Teheran nicht mehr viel übrig, um sich gegen die Übermacht zu wehren.

Straße von Hormuz

"Die Amerikaner haben behauptet, dass sie die iranischen Ölexporte vollständig stoppen wollen. Sie verstehen die Bedeutung dieser Aussage nicht, weil es keine Bedeutung hat, dass iranisches Öl nicht exportiert wird, während das Öl der Region exportiert wird", sagte der Staatschef laut der Website president.ir. "Die Amerikaner sagen, dass sie die iranischen Ölexporte auf Null reduzieren wollen. Es zeigt, dass sie nicht über ihre Konsequenzen nachgedacht haben", sagte Rohani.

Nach den iranischen Äußerungen, die weithin als eine Drohung verstanden wurden, eine militärische Blockade der wichtigsten Öltransport-Seestraßen der Welt durchzusetzen, sagte der Sprecher des Hauptkommandos des US-Militärs, Captain Bill Urban, am Mittwoch gegenüber Associated Press, dass US-Seeleute und ihre regionalen Verbündeten dazu bereit seien, "die Freiheit der Schiffahrt und des freien Handels zu gewährleisten, wo immer das internationale Recht dies zulässt". Als ob sich die Amerikaner tatsächlich um das internationale Recht scheren würden – und zudem hat Washington die "Freedom of Navigation"-Akte noch nicht einmal ratifiziert, beruft sich jedoch ständig darauf.

Sollte die Sache eskalieren und die Iraner als Gegenmaßnahmen (!) tatsächlich dazu gezwungen sein, die Straße von Hormuz zu blockieren, könnte dies sogar eine massive militärische Auseinandersetzung auslösen, die schlussendlich sogar zu einem Krieg führen würde. Der Nationale Sicherheitsberater Donald Trumps, John Bolton, würde sich dabei die Hände reiben, zumal er als vehementer Befürworter eines Kriegs gegen den Iran gilt. Die Welt steht am Rande eines neuen Golfkriegs.