Je nach Außenstelle des BAMF gibt es sehr unterschiedlich hohe Anerkennungsquoten von Asylbewerbern aus der Türkei. Werden verschiedene Maßstäbe angelegt?

Von Michael Steiner

Eigentlich sollten die Kritierien zum Erhalt von Asyl klar, transparent und überall gleich sein. Doch im Falle türkischer Asylbewerber gibt es bundesweit sehr große Unterschiede bei der Anerkennungsquote. Da fragt man sich: Wie kann das sein? Und weiter: Trifft dies auch auf Angehörige anderer Nationen zu? Und wenn ja, hat das vielleicht sogar System?

So berichtet die "Welt" unter Berufung auf Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dass im Jahr 2017 die Anerkennungsquote für Asylbewerber aus der Türkei im Bundesschnitt bei 28,1 Prozent lag. Doch während beispielsweise die Außenstellen in Nordrhein-Westfalen deutlich über dem Schnitt lagen, gab es in den östlichen Bundesländern eine deutlich geringere Anerkennungsquote.

Zum Vergleich: In Eisenhüttenstadt (Brandenburg) lag die Anerkennungsquote bei nur 1,9 Prozent, in Chemnitz (Sachsen) bei 2,7 Prozent. Das sind nicht einmal ein Zehntel dessen, was bundesweit im Schnitt gewährt wurde. Dem standen Anerkennungsquoten von 82,9 Prozent in Bon, 76,7 Prozent in Essen und 68,3 Prozent in Mönchengladbach gegenüber. Das sind gravierende Unterschiede.

Das BAMF begründete dies in der "Welt" damit, dass jedes Asylverfahren immer eine Einzelfallprüfung darstelle. Es werde individuell geprüft, ob Schutz gewährt wird. Zudem könne es "auch vorkommen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders viele Schutzsuchende aus einer bestimmten Region eines Herkunftslandes nach Deutschland kommen und deren Asylantrag zum überwiegenden Teil im Rahmen der Weiterverteilung in einem Bundesland bearbeitet wird". Dies könne "die Schutzquoten entsprechend verändern, da die Entscheidungsgrundlagen zu Personen aus verschiedenen Herkunftsregionen unterschiedlich sein" könnten.

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Doch selbst in diesem Fall, wie es das BAMF erklärt, scheinen die verschiedenen Außenstellen offenbar auch unterschiedliche Maßstäbe anzulegen, zumal die Differenzen extrem hoch sind. Vielleicht sollte man die Anerkennungsquoten generell und nach Nationen aufgeschlüsselt von allen Außenstellen des BAMF untersuchen und herausfinden, ob dies eine generelle Tendenz darstellt, oder nur ein Einzelfall ist.

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One thought on “Türkische Asylbewerber: Anerkennungsquoten schwanken stark”

  1. ich wette viele dieser sogenanntne 'asylwerber' sind garnicht 'türkisch' – sondern haben ne andere ethnie (zb Libanese) und zufälligerweise nen türkischen pass

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