Trumps Plan: Schlimmer als TTIP?

US-Präsident Donald Trump schlägt der EU einen Deal vor, der schlimmer sein könnte als TTIP. Sämtliche Zölle und Handelsbarrieren sollen fallen.

Von Marco Maier

Am Mittwoch trifft EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (hoffentlich ohne "Ischias") in Washington ein, um dort mit US-Präsident Donald Trump über die Handelsstreitigkeiten zu verhandeln. Dieser machte den Europäern nun ein Angebot, welches jedoch im Endeffekt wohl schlimmer sein würde als das transatlantische "Freihandelsabkommen" TTIP, welches er verachtet.

Denn: Er fordert auf Twitter dazu auf, dass sowohl die USA als auch die EU sämtliche Zölle, Handelsbarrieren und Subventionen aufheben könnten. "Das wäre dann endlich das, was man Freien Markt und fairen Handel nennt! Ich hoffe, sie tun es, wir sind dazu bereit – werden sie aber nicht!" Und er dürfte damit recht haben, zumal gerade im landwirtschaftlichen Bereich eine gewaltige Subventionsmaschinerie läuft, ohne die die europäischen (teils aber auch die amerikanischen) Bauern die Weltmarktpreise gar nicht so sehr drücken könnten.

Offenbar bezieht sich dieses Statement auf eine seiner vorhergehenden Twitter-Meldungen, wo er sagte, dass "Zölle das größte" seien, nur "faire Handelsabkommen" seien dazu eine Alternative. Darunter versteht er wohl eben die völlige Aufhebung von Beschränkungen, Subventionen und Zöllen. Allerdings vergisst er offenbar, dass beispielsweise viele Europäer nicht mit tonnenweise Gentech-Nahrung versorgt werden wollen, was in gewisser Art und Weise auch ein Handelshemmnis darstellt.

Zwar wären so (im Gegensatz zu TTIP) zumindest nicht die internationalen Schiedsgerichte mit im Spiel, doch die auf enorme Massenproduktion getrimmte US-Landwirtschaft könnte die europäischen Märkte fluten – weil für einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung schlussendlich vor allem der Preis ausschlaggebend ist, welche Nahrungsmittel gekauft werden und welche nicht. Ob da dann Gentechnik mit drin ist oder nicht, spielt eine geringere Rolle. Aber auch sonstige qualitative Barrieren (wie sie noch in diversen Lebensmittelkodizes verankert sind) müssten nach Trumps Logik fallen, da sie ein Handelshemmnis darstellen. Werden die Europäer darauf eingehen?

Loading...
Spread the love
Lesen Sie auch:  Washington schickt mehr gepanzerte Infanterie-Einheiten nach Syrien

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 Kommentare

  1. lest EPOCH TImes: Donald Trump: USA brauchen keine Einkommensteuer…. Video und Text stellen endlich auch in Deutschland klar, was die USA sind. Der tiefe Staat wird dort bestens erläutert und gibt  hoffentlich ENDLICH allen Dummblökern etwas zum Kauen.

    Seit 4 Jahren berichte ich darüber und es hat bisher niemanden interessiert.

  2. Schlimmer als TTIP wäre das ganz sicher nicht, es gäbe keine privaten Schiedsgerichte und keine Geheimniskrämerei. Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass Präsident Trump das keineswegs als ernsthaften Vorschlag sieht, weil er genau weiß, dass die EU das sowieso ablehnen wird. Vielmehr stiftet er Verwirrung bei der EU und führt deren Unfähigkeit vor.

  3. Diese Sorte Volk die man sich inzwischen herangezùchtet hat kann das garnicht interessieren ! Es kann nichts mehr grundlegent verändert werden , man greift ûberall ins Lehre . Der Geist wurde vom Mamon besiegt . 

    Für den Kampf gibts keine Idee und keine Handhabe  . Nur noch schnell reich werden und dann flüchten .

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.