Die US-Regierung unter Präsident Trump hat eine Reihe von Strafzöllen eingeführt. Weitere sollen folgen. Das wird die Inflation anheizen.

Von Marco Maier

Donald Trump startet den Handelskrieg mit China. Warengruppen mit einem momentanen jährlichen Importvolumen von rund 34 Milliarden Dollar werden nun mit einem Strafzoll von 25 Prozent belegt. Laut dem Büro dess US-Handelsbeauftragten Robert Lightizer sind diese mit Mitternacht Ostküstenzeit in Kraft getreten. Weitere Waren mit einem aktuellen Importvolumen von 16 Milliarden Dollar sollen in zwei Wochen mit Strafzöllen belegt werden. Das wären dann zusammen rund 50 Milliarden Dollar.

Doch das ist noch lange nicht alles. In den nächsten Schritten sollen Warenimporte in Höhe von 200 bzw. schlussendlich 300 Milliarden Dollar mit Strafzöllen in Höhe von 10 bis 25 Prozent belegt werden. Eine Maßnahme, mit der die US-Regierung den "geistigen Diebstahl" durch Chinesen bestrafen möchte – während sich die Amerikaner infolge der US-Dominanz im Bereich Internet und Computer- bzw. Smartphone-Software selbst mithilfe ihrer Geheimdienste ökonomische Vorteile verschaffen.

Für die US-Konsumenten hat dies allerdings auch Nachteile: Sämtliche der betroffenen Produkte werden sich verteuern und unter Umständen die Preisspirale insgesamt leicht nach oben drehen. Sollte das komplette Paket von 300 Milliarden Dollar an Importgütern aus China betroffen sein, wären wohl bis zu 50 Milliarden Dollar an Mehrkosten für die amerikanischen Konsumenten fällig. Das wären für eine durchschnittliche vierköpfige Familie immerhin rund fünfzig Dollar pro Monat an "Handelskrieg-Aufschlag".

Trump trifft damit jedoch vor allem die ärmeren US-Haushalte, die sich teure "Made in America"-Güter oftmals nicht leisten können. Zudem kündigte Peking an, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und auf US-Produkte ebenfalls Strafzölle zu verhängen, was auch die Intention des US-Präsidenten, das enorme Handelsbilanzdefizit zu verringern, nicht gerade unterstützt. Vielmehr dürfte dies alles mehr US-Jobs kosten als schaffen bzw. retten.

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