Sollte es tatsächlich zu einem Krieg gegen den Iran kommen, würden die Ölpreise extrem in die Höhe schießen. Eine Verdreifachung der aktuellen Preise ist hierbei durchaus möglich.

Von Marco Maier

Größere Kriege im Nahen Osten waren schon öfter die Ursache für Probleme bei der globalen Ölversorgung. Immerhin ist die Region für rund 40 Prozent der weltweiten Ölexporte verantwortlich und ein größerer Konflikt dort sorgt gewöhnlich für Preisanstiege. Das wäre auch bei einem (von Israel und US-Neocons favorisierten) Krieg gegen den Iran der Fall, der angesichts der aggressiven Politik Washingtons und Jerusalems durchaus bald schon starten könnte.

Immerhin kann die islamische Republik mit Leichtigkeit den Persischen Golf für Öltanker sperren, was vor allem Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Irak und Kuwait träfe. Deren Möglichkeiten die Lieferungen über andere Wege zu gewährleisten, sind beschränkt, da die Haupt-Ölinfrastruktur eben dort aufgebaut wurde – und diese Länder somit sehr verletzlich macht.

Sollte es so weit kommen, wäre eine Verdreifachung des Ölpreises innerhalb kurzer Zeit durchaus möglich. Vom heutigen Niveau ausgehend (WTI: 70,60 Dollar, Brent: 75 Dollar) würde dies bedeuten, innerhalb weniger Monate mit Preisen von 200, 250 und 300 Dollar je Barrel rechnen zu müssen. Zum Vergleich: Der Höchststand wurde vor rund zehn Jahren mit rund 160 Dollar erreicht. Und das Ende der Fahnenstange ist diesbezüglich noch lange nicht erreicht.

Wer glaubt, dass das so schnell nicht zu erwarten ist, irrt. Die Weltpolitik wird immer aggressiver, die Spannungen zwischen den USA, Israel und Saudi-Arabien einerseits, sowie dem Iran wachsen immer weiter. Selbst wenn US-Präsident Trump und Russlands Präsident Putin bei ihrem Treffen in Helsinki eine Lösung für Syrien finden, so wird dies nichts am "Problem Iran" ändern. Man sollte sich auf jeden Fall schon mal darauf einstellen, dass die nächste Ölkrise kommt – ausgelöst durch einen sich verschärfenden Konflikt mit dem Iran.