Gerhard Schröder. Bild: Wikimedia / Campus Symposium GmbH CC BY-SA 3.0 deed

Der deutsche Exkanzler Gerhard Schröder wirbt vor dem Treffen zwischen Trump und Putin für eine Zusammenarbeit mit Moskau. Europa und Russland würden einander brauchen.

Von Marco Maier

Ex-Kanzler Gerhard Schröder gilt als Freund Wladimir Putins und ist seit Jahren für russische Unternehmen aktiv, weshalb er vor allem von den Transatlantikern in Deutschland immer wieder scharf attackiert wird. Gegenüber dem "Stern" sagte er nun, dass Europa und Russland enger zusammenarbeiten sollten, weil sich beide Seiten brauchen würden.

"Wir brauchen die Ressourcen Russlands, nicht nur Öl und Gas, sondern auch seltene Erden und Edelmetalle", sagte Schröder dem Magazin "Stern" kurz vor dem Treffen der Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Zudem brauche Europa den russischen Markt. "Und Russland versteht genau, dass es umgekehrt Europa braucht. Dieses wechselseitige Verständnis wächst gerade", sagte der SPD-Politiker. Das liegt auch daran, dass die Auswirkungen der unseligen Sanktionen die europäische Wirtschaft genauso treffen wie jene Russlands.

Für den ehemaligen deutschen Regierungschef ist es ein gutes Zeichen, dass es ein Treffen auf höchster Ebene zwischen den Staatsführern der Weltmächte kommt, zumal insbesondere die Vereinigten Staaten in den letzten Jahren eine stark aggressive Rolle gegenüber Moskau eingenommen hatten und trotz des Amtsantrittes von Donald Trump keine Verbesserung der Beziehungen zu sehen ist. Eine Isolierung Russlands sei nicht gut, betonte Schröder: "Ein ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates kann man gar nicht isolieren, sonst kommt man in keinem Konflikt der Welt einen Schritt weiter."