Das gestrige Treffen zwischen den Präsidenten Trump und Putin in Helsinki brachte zwar keine Lösungen für bestehende Probleme, dennoch gibt es Fortschritte und ein besseres Verständnis. Hier die Ergebnisse.

Von Marco Maier

Während vor allem die eingefleischten Transatlantiker in den USA und in Europa das direkte Treffen zwischen den beiden Präsidenten der weltweit größten Atommächte äußerst kritisch betrachten und die Kommentare in den deutschen Zeitungen wie üblich vor antirussischen Ressentiments und untergriffigen Bemerkungen gegen den in der Bundesrepublik wenig geliebten US-Präsidenten strotzten, zeigte es sich doch: die beiden Staatschef können miteinander.

Zwar gab es keine Abschlusserklärung des Zweiergipfels, dennoch betonten sowohl Putin als auch Trump das positive, konstruktive Klima zwischen ihnen beiden. So betonte der russische Präsident, dass die Gespräche sehr offen, "business like" gewesen seien, während sein amerikanischer Gegenpart sie als "deeply productive", also als sehr produktiv, bezeichnete. Auch Putin betonte, dass gerade die Gespräche über die schlechten bilateralen Beziehungen produktiv gewesen seien und dass die Schwierigkeiten keine objektive Basis hätten. Auch seien die Probleme heute anders als damals während des Kalten Krieges. Trump selbst erklärte, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern "niemals schlechter" gewesen seien, was sich jetzt jedoch geändert habe. Das klingt doch schon mal nach einem Lichtblick.

Der russische Präsident betonte auch, dass beide Länder die aktuellen geopolitischen Probleme nur gemeinsam lösen könnten und sie als die weltweit größten Atommächte eine besondere Verantwortung tragen würden. Er wolle auch weiterhin daran arbeiten, die Beziehungen zwischen Russland und den USA wieder zu verbessern. Trump nannte Putin einen Herausforderer, was er als Kompliment meine. Sie würden beide im Wettbewerb um Gaslieferungen nach Europa stehen.

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In Sachen Iran sind beide Präsidenten erwartungsgemäß unterschiedlicher Ansicht. Während Putin seine Besorgnis über die US-amerikanische Iran-Politik mitteilte, betonte Trump die Rolle des Landes in der Gewalt im Nahen Osten. Die beiden Staatsführer sprachen auch über die Ukraine-Krise und über Syrien, wobei die Zusammenarbeit in der Levante verbessert werden soll. Auch in Sachen Krim sind beide unterschiedlicher Ansicht.

Natürlich sprachen die beiden auch über die angebliche russische Einmischung in die US-Wahlen, wobei Putin darauf bestand, zwar gehofft zu haben, dass Trump gewinne, sich jedoch nicht in die amerikanische Innenpolitik eingemischt zu haben. Auch wisse er nichts über die zwölf angeblichen russischen Agenten, die von den US-Behörden in Zusammenhang mit der "Russian collusion" und den DNC-Hacks verhaftet wurden. US-Ermittler dürften auch nach Russland kommen. Trump hingegen wetterte wie üblich gegen die ganzen Verschwörungstheoretiker im Land, die immer noch an eine russische Einmischung glauben würden.

Insgeamt betrachtet kann man sagen: Das direkte Treffen der beiden Präsidenten, welche immerhin zwei Stunden und vierzig Minuten miteinander sprachen, war zumindest ein guter Anfang hinsichtlich der Beruhigung der Lage. Natürlich wird es für Trump nicht leicht, die Falken in Washington zu beruhigen und einen anderen Kurs einzuschlagen, aber der Wille ist da.

Und zum Schluss in Sachen "Russian Collusion" ist das hier vielleicht noch interessant:

https://twitter.com/Tweetsfor45/status/1018155529477111816

 

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