Pompeo & Trump gegen den Iran

Während sich die US-Politik über eine angebliche russische Einmischung in ihre Innenpolitik aufregt, kündigte US-Außenminister Pompeo an, die iranische Opposition unterstützen zu wollen. Trump attackierte Teheran scharf.

Von Marco Maier

Es ist allseits bekannt, dass die US-Politik und das US-Establishment grundsätzlich nach doppelten Standards handeln und arbeiten. Und wie üblich sind es die Amerikaner selbst, welche die Kriterien dafür bestimmen, ob man eine Diktatur bzw. ein autoritäres Regime unterstützt oder eben bekämpft. Im Nahen Osten bzw. Zentralasien heißt dies beispielsweise, man unterstützt die brutalen golfarabischen Regimes, welche Unsummen an sämtliche sunnitischen Terrorgruppen (von den Taliban über al-Kaida bis hin zum "Islamischen Staat") überwiesen, während der schiitische Iran (der eben sunnitische und schiitische Terrorgruppen wie die Hamas oder die Hisbollah unterstützt) massivst bekämpft wird.

Gleichzeitig greift momentan eine massive antirussische Hysterie im Land (vor allem bei Politik und Medien) um sich, weil sich Russland angeblich in die US-amerikanische Innenpolitik und die Präsidentschaftswahlen einmischte, so dass die Establishment-Kandidatin Hillary Clinton gegen den Neocon-Favoriten Donald Trump verlor. Und das, obwohl Clinton selbst (und die Obama-Regierung insgesamt) viel mehr mit Russland zu tun hatten als Trump. Auch hier gilt zweierlei Maß.

Gestern teilte das US-Außenministerium mit, dass dessen Leiter, Mike Pompeo, einen Vortrag mit dem Titel "Unterstützung iranischer Stimmen" in der Ronald-Reagan-Stiftung in Kalifornien halten will, in dem er Teheran zur Abkehr von der Terror-Unterstützung (Hamas und Hisbollah kämpfen vor allem gegen Israel) aufrufen will, sowie zur Beendigung der Unterdrückung der Opposition im Land. Vor allem jedoch will die US-Regierung oppositionelle Gruppen im Land unterstützen – so fragwürdig diese auch sind.

Lesen Sie auch:  Deutschland verwandelt sich in einen US-Gegner in Europa

Zwar will man (noch) nicht offiziell für einen von außen induzierten Regime-Change plädieren, sondern darauf hoffen, dass die iranische Führung "ihr Verhalten ändert", doch der frühere CIA-Chef und heutige Außenminister gilt in Sachen Iran als Hardliner. Dies liegt auch daran, dass die ganze US-Politik von (zumeist evangelikalen Kirchen angehörenden) überzeugten Zionisten durchsetzt ist, die offenbar ein größeres Problem mit Terrorgruppen haben deren Hauptziel Israel ist, als mit jenen Terrorgruppen, die sich über die ganze Welt ausbreiten und dort für Tod, Leid und Schrecken sorgen.

Loading...

Indessen richtete US-Präsident Donald Trump scharfe Warnungen an Teheran. "Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen von der Art zu spüren bekommen, wie sie wenige zuvor in der Geschichte erleiden mussten", schrieb Trump in der Nacht zum Montag auf Twitter. "Wir sind nicht länger ein Land, das Ihre wahnsinnigen Worte von Gewalt und Tod hinnehmen wird. Seien Sie vorsichtig!", so der US-Präsident weiter.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.