Militärbudget: Trump attackiert Deutschland

Deutschland gebe zu wenig Geld für das Militär aus, kritisiert US-Präsident Trump. Er zieht wieder einmal die Russland-Karte.

Von Marco Maier

Als ob man stolz darauf sein müsste, Unsummen fürs Militär auszugeben, attackiert US-Präsident Donald Trump die deutsche Bundesregierung, welche seiner Ansicht nach zu wenig Geld in die Bundeswehr stecke. "Ich werde der NATO sagen, ihr müsst eure Rechnungen bezahlen, die Vereinigten Staaten werden sich nicht um alles kümmern", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) vor Anhängern in Great Falls im Bundesstaat Montana. Dabei kritisierte er, dass Deutschlad als größter EU-Staat nur rund ein Prozent der Wirtschaftsleistung für Rüstung und Militär ausgebe, während die USA bei etwa vier Prozent liegen.

Auch Angela Merkel bekam ihr Fett weg, weil sie sich für den Betrieb der russischen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 einsetzt. "Weißt du, Angela, (…) ich weiß nicht, wie viel Schutz wir bekommen, indem wir euch beschützen. Und dann gehen sie raus und machen einen Gas-Deal, Öl und Gas von Russland, wo sie Milliarden über Milliarden Dollar an Russland zahlen. Sie wollen vor Russland beschützt werden – und trotzdem zahlen sie Russland Milliarden Dollar. Und wir sind die Deppen, die für die ganze Sache bezahlen", so Trump in Richtung der deutschen Bundeskanzlerin. Klar, der US-Präsident würde lieber amerikanisches Fracking-Gas nach Europa exportieren – und Kriegsgerät der US-Rüstungsindustrie.

Trump zeigt den Europäern wieder einmal, wo der Hammer hängt – und wer (trotz transatlantischer Differenzen) immer noch das Sagen hat – nämlich Washington. Natürlich geht es hierbei knallhart um die eigenen Interessen der Amerikaner, jene der Europäer spielen nur eine untergeordnete, sekundäre Rolle. "America first" war zwar eigentlich schon immer das Motto der US-Regierungen, doch Donald Trump steigert das Ganze noch, auch wenn er damit die Alliierten und Verbündeten verprellt.

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