Migranten an der mazedonischen Grenze auf dem Weg nach Deutschland (2015). Bild: Youtube / ARD

Ein weiterer Rückschlag für Merkel und Seehofer: Die Regierung Mazedoniens hat die Einrichtung von Asylzentren im eigenen Land kategorisch abgelehnt.

Von Michael Steiner

Langsam aber sicher wird es eng für für Merkel, Seehofer & Co. Nachdem schon mehrere nordafrikanische Länder (darunter Ägypten und Algerien) die Einrichtung von Asylzentren ablehnten, folgt nun auch schon der erste Balkan-Staat. Mazedonien, welches direkt nördlich von Griechenland liegt und als eines der Haupt-Transitländer auf der Balkanroute gilt, will keine Asylzentren innerhalb der eigenen Grenzen haben.

Der Balkan ist eine Insel mitten in der EU. Man kann nicht die Länder dieser Insel bitten, eine solche Bürde zu übernehmen, wenn sie nicht Teil der EU sind. Ich denke, da werden wir sehr standhaft bleiben", sagte Außenminister Nikola Dimitrov der "Welt". Er warnte: "Man kann uns, den Balkan, nicht nutzen, um Flüchtlinge abzuwehren."

Laut Dimitrov verzeichnen die beiden Transitzentren (im Süden und im Norden des Landes) täglich nur zweistellige Personenzahlen, da die Grenzkontrollen des Landes inzwischen abschreckend wirken würden und sich die Migranten andere Routen suchen würden, um so weiter nach Norden zu gelangen.

Es ist verständlich, dass sich die Transitländer außerhalb der EU nicht mit den ganzen Migranten herumschlagen wollen, deren Ziel ohnehin die wohlhabenden europäischen Sozialstaaten sind. Der Bau und Betrieb solcher Zentren ist kostenintensiv und zudem auch eine gesellschaftliche Belastung, da die Insaßen ohne wirkliche Perspektiven zu Frust und Gewalt neigen.