Grenell: Deutschland muss Bargeldtransfer in den Iran stoppen

Der US-Botschafter in Deutschland will der Bundesregierung erneut Anordnungen in Kolonialherrenmanier geben. Dieses Mal geht es um 300 Millionen Euro in bar in den Iran.

Von Marco Maier

Die iranische Regierung versucht angesichts sich ausweitender US-Sanktionen und der Gefahr der erneuten Einfrierung von Konten die Auslandsguthaben des Landes in Sicherheit zu bringen. Ein nachvollziehbarer Schritt, zumal es sich hierbei um das Eigentum Teherans handelt und das zentralasiatische Land auf Devisenreserven angewiesen ist, um dringend benötigte Güter importieren zu können.

Doch dem US-amerikanischen Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, passt das nicht. Er fordert die deutsche Bundesregierung dazu auf, den von der iranischen Regierung geplanten Bargeld-Transfer in Höhe von 300 Millionen Euro zu untersagen. "Wir ermutigen die deutsche Regierung auf höchster Ebene, zu intervenieren und dieses Vorhaben zu stoppen", sagte Grenell der "Bild". Und weiter: "Wir sind sehr besorgt über die Berichte, dass das iranische Regime versucht, Hunderte Millionen Euro in bar von einer deutschen Bank in den Iran zu bewegen."

Dem US-Botschafter und der Führung in Washington stinkt es, dass sie bei Euro-Guthaben nicht dieselbe Macht haben wie bei den US-Dollars, dessen Benutzung vom US-Finanzminister untersagt werden kann. Und da der Iran infolge von US-Sanktionen vom Swift-System ausgeschlossen ist und virtuelle Transfers wegen Sanktionsdrohungen der Amerikaner gegen die betreffenden Banken ausgeschlossen sind, will Teheran das Guthaben bei der staatlichen Europäisch-Iranischen Handelsbank bei der Bundesbank in bar auszahlen lassen und per Flug in den Iran bringen.

Allerdings zeigt es sich wieder einmal, dass Botschafter Grenell lieber in Kolonialherrenmanier agiert und sich in die internen deutschen Angelegenheiten einmischen will. Man kann davon ausgehen, dass dessen Stellungnahme in der "Bild" lediglich ein Warnschuss in Richtung Berlin darstellt und gegebenenfalls noch Drohungen mit Strafmaßnahmen gegen Deutschland folgen werden.

Loading...

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...