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Migranten aus Afrika bei der Umsiedlung nach Europa - Bild: Flickr / Brainbitch CC BY-NC 2.0
Migranten aus Afrika bei der Umsiedlung nach Europa - Bild: Flickr / Brainbitch CC BY-NC 2.0

Europa fürchtet sich nicht vor Russland, sondern vor Afrika und den Arabern

Wenn man abseits der üblichen transatlantischen Propaganda unterwegs ist, stellt man fest, dass sich die Europäer nicht vor Putins Russland fürchten. Vielmehr fürchten sie die Massenzuwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten.

Von Marco Maier

Der konservative US-amerikanische Politiker und Publizist Pat Buchanan brachte die aktuelle Lage in Europa treffend auf den Punkt: "Das heutige Europa fürchtet sich nicht davor, dass Wladimir Putin den Rhein erreicht. Europa fürchtet sich davor, dass Afrika und der Nahe Osten die Donau erreichen." Immerhin ist jedem auch nur halbwegs aufmerksamen Beobachter (der nicht durch die transatlantische Propagandabrille blickt) klar, dass das seit dem Zusammenbruch der UdSSR stets immer wieder gedemütigte Russland immer nur auf Bedrohungen reagierte und keinerlei Feindseligkeiten gegenüber dem Westen verbreitet. Ganz im Gegenteil hat Moskau immer wieder versucht, die Beziehungen zum Westen zu verbessern.

Die Amerikaner haben die NATO weiter nach Osten bewegt und mit dem orchestrierten Putsch in der Ukraine (und dem damit einhergehenden Donbass-Konflikt und der Krim-Krise) eigentlich den nächsten Schritt gehen wollen: Eine lange direkte Grenze mit Russland und die Stationierung von Raketenbatterien 500 Kilometer vor Moskau. Damit, so die Kernüberlegung der Strategen im Pentagon wäre Russland auf längere Sicht geopolitisch kaltgestellt und man hätte sich voll und ganz China widmen können, welches ohnehin als die wichtigste und größte Herausforderung für die Amerikaner darstellt. Vor Russland brauchen die Europäer (auch die Balten und Polen) keine Angst zu haben.

Vielmehr sehen sich die Menschen in Europa mit einer anhaltenden Zuwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten konfrontiert, welche die über Jahrhunderte gewachsene (und nur teilweise durch Kriege und Grenzverschiebungen durcheinandergebrachte) gesellschaftliche Ordnung in Gefahr bringt. Im Gegensatz zu den klassischen Einwanderungsländern haben die meisten europäischen Gesellschaften keine solche Zuwanderungskultur entwickelt und zeigen sich auch deshalb von den ganzen Veränderungen verstört. Wer gerade in ländlichen Gebieten aufgewachsen ist wird es vielleicht noch kennen, wie schwierig es selbst vor wenigen Jahrzehnten noch sein konnte, wenn ein Katholik eine Protestantin (oder umgekehrt ein Protestant eine Katholikin) heiraten wollte oder selbst Partner aus dem Nachbardorf verpönt waren. Wie sollen solche Gesellschaften denn dann auf Muslime oder Afrikaner reagiern?

Man braucht sich ja nur einmal anzusehen, wie sich die Zuwanderung der letzten Jahrzehnte auswirkte: Sukzessive stieg vor allem der Anteil an Muslimen an der Gesamtbevölkerung an, so dass diese in manchen Stadtteilen größerer Kommunen bereits die größte religiöse Gruppe ausmachen. Die durch Merkels "Wir schaffen das"-Politik verstärkte Migrationskrise (Höhepunkt 2015) hatte dazu noch regional einen Multiplikatoreffekt – aus einer Hand voll Türken in einem Dorf wurden so schnell einmal ein paar Dutzend Muslime – vorwiegend aus dem Nahen Osten. Dazu noch vor allem junge Männer mit sexuellen Bedürfnissen und aus einer Kultur stammend, in der Nichtmuslime, Frauen und noch mehr nichtmuslimische Frauen durchaus einen geringen Wert besitzen. Das sorgt natürlich für massive Probleme.

Die Wahlerfolge von Parteien, die sich für striktere Immigrationsgesetze, schärfere Grenzkontrollen, Zurückweisungen und umfangreiche Abschiebungen einsetzen, kommen nicht von ungefähr. Die Bilder über die Zustände in Afrika und im Nahen Osten flimmern ja faktisch tagtäglich über die Bildschirme und kaum jemand wünscht sich die Etablierung solcher Zustände auch in Europa, die mit der weiteren Grenzöffnung nämlich genauso kommen würden. Für die politische Linke (insbesondere bei den Sozialisten, Grünen und Sozialdemokraten) ist dies ein Ausdruck von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. Doch die meisten der Wähler dieser Parteien sind weder ausländerfeindlich noch rassistisch, sondern in erster Linie einfach besorgt darüber, was eine anhaltend hohe Zuwanderung aus ihrer Heimat macht. Wenn aus Berlin ein neues Kabul, aus Frankfurt ein neues Mossul und aus München ein neues Mogadischu wird, ist niemandem geholfen.

Buchanan hat mit seiner Analyse durchaus in weiten Teilen recht. In Washington selbst will man (aus den üblichen Gründen) das aber nicht sehen. Vielmehr wird der Druck gegenüber den Europäern aufrecht erhalten, weiter gegen Russland aufzurüsten um selbst mehr Luft für die Auseinandersetzung mit China zu haben. Dort wird die NATO nämlich nicht helfen (können) und auf die regionalen "Alliierten" ist nur bedingt Verlass. Immerhin scheinen auch sie verstanden zu haben, dass die US-Strategie zu deren eigenen Nachteil ist. Denn: Wer wird bei einem militärischen Konflikt mit Russland am meisten leiden? Europa, selbstverständlich. Und bei einem Krieg mit China? Asien. Die Amerikaner haben Ozeane dazwischen liegen, während die "Alliierten" und "Partner" teilweise direkte Grenzen mit den von Washington als "Feindstaaten" klassifizierten Ländern haben. Also ist eine Strategie der guten Nachbarschaft für diese Länder deutlich sinnvoller als in einem Stellvertreterkrieg für die US-Interessen geopfert zu werden.

Und genauso hat er absolut recht damit, wenn er schreibt, dass die Europäer sich vor einer anhaltenden Massenzuwanderung fürchten. Russische Panzer am Rhein würden wohl so manche Europäer eher akzeptieren als ein von Afrikanern und Arabern geprägter Kontinent, der vor lauter Gewalt, Clankämpfen und ethnischen Unruhen nicht mehr zur Ruhe kommt und selbst zu einer Drittweltregion avanciert.