Die USS John C. Stennis, Flugzeugträger. Bild: Flickr / U.S. Navy CC BY 2.0

Seit ihrer Gründung im Jahr 1776 befinden sich die Vereinigten Staaten von Amerika beinahe durchgehend im Krieg – vorwiegend gegen andere Länder. Haben die Amerikaner Angst vor dem Frieden?

Von Marco Maier

Eigentlich könnte man sagen, die Vereinigten Staaten von Amerika sind das kriegerischte Land der Welt. In den 242 Jahren ihres Bestehens gab es kein Jahrzehnt, in dem die USA nicht irgendwo in einen Krieg bzw. militärischen Konflikt verwickelt waren – bislang war noch jeder einzelne US-Präsident in solche Auseinandersetzungen verwickelt. Gerade einmal 17 Jahre können als Friedenszeit gelten. Das sind sieben Prozent aller Jahre und der längste Zeitraum war von 1935 bis 1940 während der Weltwirtschaftskrise.

Das führte dazu, dass sich gerade seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein gewaltiger militärisch-industrieller Komplex (MIK) gebildet hat und das US-Militär (es handelt sich um Berufssoldaten und Zivilangestellte) inzwischen der weltweit größte Arbeitgeber ist. Daran angehängt befindet sich eine gewaltige Rüstungsindustrie, die ebenfalls viele Jobs stellt und nach Abzug vieler anderer Industrien inzwischen wohl die wichtigste Industrie der Vereinigten Staaten darstellt. Das spielt natürlich eine große Rolle.

Kein Wunder also, dass die USA auch ein globales Imperium "bewirtschaften" – mit mehr als 1.000 militärischen Einrichtungen (davon mehr als 220 in Deutschland!) rund um den Erdball. Das ist zwar teuer (wenngleich vor allem die "Verbündeten" einen Teil der Kosten übernehmen), aber es schafft Arbeitsplätze und hält die Arbeitslosigkeit relativ niedrig. Krieg ist ein Geschäft und der dauerhafte niemals endende Krieg ist ein (blutiges) Geschäftsmodell, an dem die Eliten des Landes prächtig verdienen. Der große Patriotismus der Amerikaner hilft ihnen dabei, weil die Menschen von Politik und Medien dumm gehalten werden, damit sie nicht erkennen, in Wirklichkeit nur für die Wall Street und die Milliardäre zu töten und getötet zu werden.

Aber gerade deshalb, weil Kriege zu einem enormen Wirtschaftsfaktor der Vereinigten Staaten avancierten, haben die Amerikaner auch Angst vor dem Frieden. Was dann? Was, wenn es plötzlich keine (selbst geschaffenen) "Feinde" mehr gibt? Dann würden hunderttausende gut bezahlter Jobs wegfallen. Deshalb, und aufgrund der technologischen und militärischen Stärke, fürchten sie auch den Krieg nicht. Frieden ist schlimmer für sie. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, weshalb das Treffen zwischen Trump und Putin in Helsinki zu solch massiven Anfeindungen führt – immerhin könnten sie zusammen die Welt etwas friedlicher machen…

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