Chinesische Raffinerie ersetzt US-Erdöl durch iranisches

Angeheizt durch den US-Handelskrieg gegen China hat eine unabhängige Raffinerie des Landes nun den Kauf von US-amerikanischem Erdöl ausgesetzt – und kauft nun im Iran ein. Peking will künftig 25 Prozent Importzoll auf amerikanisches Erdöl erheben.

Von Marco Maier

Infolge des Fracking-Booms avancierten die Vereinigten Staaten von Amerika in den letzten Jahren vom Netto-Ölimporteur zum Netto-Ölexporteur. Auch chinesische Raffinerien gehören zu den Käufern des schwarzen Goldes aus den USA. Infolge des sich ausweitenden Handelskrieges zwischen beiden Ländern hat sich nun eine unabhängige chinesische Raffinerie, die Dongming Petrochemical Group, dazu entschlossen, kein Erdöl mehr aus den USA zu kaufen, sondern lieber aus dem Iran zu importieren. Also aus jenem Land, welchem Washington am liebsten den Ölhahn abdrehen würde.

Aber auch die chinesische Führung plant eine Änderung bei den Käufen von Öl. US-Ölproduzenten werden nun seitens des Reichs der Mitte boykottiert, stattdessen will man verstärkt aus Westafrika und dem Nahen Osten (inklusive des Irans) importieren. Peking teilte auch schon ganz offen mit, dass man die neuen US-Sanktionen gegen den Iran nicht mittragen werde. Die Volksrepublik kaufte in den letzten Monaten durchschnittlich fast 300.000 Barrel iranisches Öl pro Tag und gilt als einer der wichtigsten Abnehmer des schwarzen Goldes aus dem Land im asiatischen Raum.

Wenn man bedenkt, dass China Anfang Juli rund 400.000 Barrel pro Tag an US-amerikanischem Öl importierten, wird klar, welche Auswirkungen die Einführung eines 25 Prozent starken Importzolls auf US-Öl haben wird: Die Importe werden auf Null sinken. Stattdessen dürfte Südkorea – einer der weiteren wichtigen Ölimporteure in der Region – versuchen einzuspringen. Zwar hat die südkoreanische Botschaft im Iran Berichte dementiert, wonach Seoul dem US-Druck zum Importstopp von Erdöl aus der Islamischen Republik nachgegeben habe, doch wer weiß, wie lange noch. Immerhin endet am 4. November die Deadline und danach wollen die Amerikaner jene Länder abstrafen, die trotzdem noch iranisches Öl kaufen.

Spread the love
Lesen Sie auch:  USA verbannen TikTok, WeChat & Co

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Loading...

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.