Lange Zeit haben die USA ihren Müll nach China exportiert. Doch Peking will den Abfall nicht mehr. Nun stapeln sich die Müllberge an der US-Westküste.

Von Marco Maier

Bei den US-amerikanischen Recycling-Unternehmen stapeln sich die Müllberge. Grund dafür ist der Umstand, dass die Volksrepublik China die Einfuhr von Abfällen aus "kontaminierten" Einrichtungen in den Vereinigten Staaten gestoppt hat. Alleine im letzten Jahr zeichnete sich das Reich der Mitte für die Übernahme von der Hälfte der US-amerikanischen Altmetall-Exporte verantwortlich. Auch ein Großteil des Recycling-Plastiks und Altpapiers ging nach China.

Doch Peking stoppte infolge einer neuen Umweltpolitik die Übernahme eines Großteils des Papier- und Kunststoffabfalls. Damit bringt China die USA und andere Länder in Bedrängnis, denn es gibt kein anderes Land der Welt, welches ein solches Volumen an Recyclingmaterial übernehmen und verarbeiten könnte. Auch Indonesien, Vietnam & Co haben schon mitgeteilt, dass sie keine entsprechenden Kapazitäten besitzen.

Die US-amerikanische Müllindustrie steht nun vor einem großen Problem: Während sie ihre Verträge einhalten und das zum Recycling vorgesehene Plastik, Papier und Metall übernehmen (und bezahlen) müssen, können sie das ganze Material nicht mehr weiter nach China verschiffen und verkaufen. Inzwischen landet immer mehr des eigentlich zur Wiederverwertung vorgesehenen Materials einfach auf Mülldeponien, weil in den Unternehmensanlagen einfach kein Platz mehr ist und die Müllverbrennungsanlagen gar nicht genügend Kapazitäten aufweisen, um dem vielen Müll Herr zu werden.

Für die Vereinigten Staaten von Amerika wird dies zunehmend zu einer sehr teuren Angelegenheit, welche durch den Handelskrieg Trumps mit China nicht gerade für die Findung einer Lösung spricht. Für Peking ist dies immerhin eine gute Möglichkeit, den Amerikanern für die feindselige Haltung eines auszuwischen. Mit einer etwas freundlicheren Politik gegenüber China hätte Peking vielleicht Zugeständnisse gemacht und längere Übergangsfristen eingeführt, doch so wird das sicher nichts.