Große Nationen wurden wegen kleinen Ländern, die sie zu schützen versuchten, vernichtet. Belgien verdammte das Britische Reich, Serbien das Russische Reich. Und nun Israel die USA? Und was ist mit der NATO?

Von Marco Maier

Wie oft schon haben kleine Staaten, für dessen Schutz große Länder sorgen wollten, diese "Beschützer" ins Unglück gestürzt? Schon ab und an. Und warum? Weil sich diese Länder infolge ihrer "starken Beschützer" oftmals deutlich aggressiver verhielten und so zum Beispiel wie im Falle Serbiens 1914 oder Polens 1939 große Kriege (mit-)verursachten. Serbien wagte den Krieg mit Österreich-Ungarn und in Polen sah man sich schon Berlin in wenigen Wochen erobern, wenn Berlin Warschau den Krieg erklärt.

Auch Großbritannien trat offiziell vor allem wegen Belgien in den Ersten Weltkrieg ein, welches es zu schützen schwor. Jenes "galante, kleine Belgien", welches im Kongo dreißig Jahre lang einen Genozid mit mindestens zehn Millionen Opfern durchführte, um die natürlichen Ressourcen des Landes ausbeuten zu können. Erst der internationale Druck konnte Brüssel damals davon abhalten, noch mehr Menschen in seiner afrikanischen Kolonie abzuschlachten. London hätte es damals in der Hand gehabt, den Ersten Weltkrieg zu verhindern, der schlussendlich der Anfang vom Ende des Empires war. Genauso wie das Russische Reich im Zuge des Weltkriegs zugrunde ging. Eine interessante Abhandlung dazu in englischer Sprache gibt es übrigens hier.

Und heute? Da sehen sich beispielsweise die Vereinigten Staaten von Amerika als unbedingte Beschützer Israels. Auch wenn man die Lage nicht eins zu eins mit damals vergleichen kann, so gibt es durchaus Parallelen. Denn Israel versucht unbedingt einen Krieg mit dem Iran vom Zaun zu brechen, was vom Washingtoner Establishment quer durch beide großen Parteien immer mehr unterstützt wird. Gleichzeitig nimmt die NATO immer mehr kleine Länder in Osteuropa auf, deren Hauptziel es zu sein scheint, das transatlantische Militärbündnis in einen Krieg mit Russland zu treiben.

Gerade die USA (aber auch die NATO insgesamt) sollte ihre Lehren aus der Geschichte ziehen und irgendwelchen Kleinstaaten die sie beschützen wollen auch eine Leine anlegen, sonst droht nämlich der eigene Untergang. Ein Dritter Weltkrieg des Westens gegen Russland, den Iran und in weiterer Folge auch China und andere Länder brächte auf jeden Fall infolge der Atomwaffen und des modernen Kriegsgeräts auf allen Seiten nur milliardenfaches Leiden mit hunderten Millionen von Toten. Und wofür das Ganze? Weil man sich von den Regierenden kleiner Völker dazu treiben ließ. Ist es das Wert?

3 COMMENTS

  1. Prinzipiell richtig beobachtet, in den Kernländern der NATO- also bei den Hauptübeltätern – gibt es in, hinter und über den jeweiligen Regierungen starke und einflussreiche Kräfte, die sich mal eben nicht so einfach von anderen kleinen und "fremden" Lobbygruppen (bei aller Verzahnung und Connections…) in einen Krieg treiben lassen. Die wollen das schon ganz fest selber auch, und ja, meist wird nur ein Anlass benötigt. Gibt es den nicht wirklich, dann eben getürkt.("Menschenrechte", festgesetzte 5. Kolonnen, "friedliebende" und bezahlte spontane Bürgerproteste, "Bürgerkriege", Unruhen wegen vorher sabotierter Versorgung usw.) Meist haben von derartigen "Demokratie"-Missionierungsversuchen betroffene kleinere und mittlere Staaten schlechte Karten. Staaten mit der Macht und dem Willen zur Gegenwehr besitzen, vielleicht auch noch mit einer Schutzmacht im Hintergrund, gute Aussichten auf Fortbestand. Dazu kommen einige stark am Selbstverständnis der Achse des Bösen (USA, FR, GB, DE leider auch) nagende gesellschaftliche Entwicklungen / innere Widersprüche, welche selbst in der Hölle Entwicklungen und Propaganda in Frage stellen. Diese sich aufsummierenden Zweifel und Kritiken haben das Zeug, eine neue Wende ein zu leiten, bzw. ist das in den USA mit Trump bereits der Fall. Ob von Bestand, muss sich noch zeigen…. Gleiches trifft auf DE zu, wobei desinteressierte Michel noch schlafen, die unschöne Realität aber immer frecher hinter dem Vorhang herauslugt. Steter Tropfen höhlt den Stein, erst recht bei manipulierter Presse, einer wahrnehmungsgestörten Regierung und dazu mit unlauteren Absichten.

     

  2. Genau das hat Trump ja angesprochen, dass wegen so eines Ministaates wie Montenegro der kürzlichin in die Nato aufgenommen wurde ein großer Krieg vom Zaun gebrochen werden kann, weil es eventuell angegriffen wird. Dann müßte die Nato Beistand leisten.

    Statistisch gesehen steigt miti der zunehmenden Anzahl der Natoländer auch die Kriegsgefahr. Je mehr Länder dem Bündnis (Bündnis wofür eigentlich?) angehören, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein anderes Land eine Auseinandersetzung mit einem Nichtnatoland hat.

    Die Nato ist ja auch schon lange kein Verteidigungs- sondern eher ein Angriffs- und Provokationsbündnis; eine aggressive Institution als solche.

    • Dann lieber einen Krieg zwischen NATO-Partnern, wie Türkei u. Griechenland, dann brauchen die anderen nicht eingreifen, weil sie ja nicht gegen einen NATO-Partner kämpfen dürfen.

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