Kim Jong-un. Bild: KCNA

Vor dem Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un warnt Teheran die Nordkoreaner vor der Unzuverlässigkeit und Vertragsbrüchigkeit der Amerikaner.

Von Redaktion

Das iranische Außenministerium drängt Pjöngjang kurz vor dem Treffen des 34-jährigen Kim mit dem 71-jährigen Immobilien-Tycoon zu "völliger Wachsamkeit". Immerhin wissen nicht nur die Iraner, auch beispielsweise die Libyer, was das Wort der Amerikaner wert ist, wenn sich dort die politische Großwetterlage ändert: nämlich gar nichts.

Kim Jong-un sollte auf Trumps "America First"-Agenda achten und Washingtons Tendenz, "internationale Abkommen zu verraten und sich einseitig von ihnen zurückzuziehen", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Bahram Qassemi. "Teheran glaubt, dass die nordkoreanische Regierung sehr wachsam sein sollte, da die USA von Natur aus nicht optimistisch beurteilt werden können", fügte Qassemi hinzu.

"Die USA haben eine Geschichte von Sabotage, Verletzung und Rückzug in Bezug auf bilaterale und multilaterale internationale Verpflichtungen", sagte der Sprecher. Immerhin sind irgendwelche Verträge und Abkommen nur dann für die Amerikaner bindend, wenn sie ihnen Vorteile verschaffen. Wenn nicht, dann eben nicht (mehr).

Trump zog sich am 8. Mai aus dem Iran-Deal 2015 zurück und nannte es eine "inakzeptable" und "defekte" Vereinbarung. Er zog sich auch aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 zurück – und schürt die internationalen Spannungen über einen aktuellen Handelskrieg, der Großbritannien, Deutschland und Frankreich veranlasst hat, die transatlantische Bindung neu zu bewerten. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire fragte sich, ob Europa weiterhin "Vasallen sein sollte, die den Entscheidungen der Vereinigten Staaten gehorchen".

Trump verhängte Zölle auf EU-Stahl und Aluminium, während Mexiko und Kanada am 1. Juni mit ähnlichen Zöllen belegt wurden. Er lehnte es ab, das gemeinsame Kommuniqué während des G7-Gipfels in Quebec zu billigen und der Gastgebeer, der kanadische Premier Justin Trudeau, "sehr unehrlich und schwach." Und die EU sagt, sie wird sich rächen. Für die Iraner ist klar, dass die Nordkoreaner von den Amerikanern gewaltig über den Tisch gezogen werden.