Vor G7-Gipfel: Macron attackiert Trump

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geht vor dem G7-Gipfel auf direkten Konfrontationskurs zu US-Präsident Donald Trump und dessen neokonservativer Regierung.

Von Marco Maier

Heute beginnt der G7-Gipfel in Kanada, bei dem die führenden Wirtschaftsmächte der Welt (aus deren G8-Gemeinschaft Russland ausgeschlossen wurde) wohl eher im Sechserverband (Kanada, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien und Japan) gegen die Trump-USA agitieren werden. Im Vorfeld dazu griff Präsident Macron seinen amerikanischen Amtskollegen massiv an.

"Dem amerikanischen Präsidenten mag es egal sein, wenn er isoliert ist – genauso wenig aber macht es uns etwas aus, eine Vereinbarung von sechs Ländern zu unterzeichnen, wenn die Notwendigkeit dazu besteht", schrieb Macron am Donnerstag in englischer Sprache auf Twitter. "Diese sechs Länder repräsentieren Werte und einen Markt mit dem Gewicht der Geschichte hinter sich, der nun eine wahre internationale Kraft ist", fuhr Macron fort.

In einem anderen Tweet schrieb Macron ebenfalls auf Englisch: "Kein Anführer ist von Ewigkeit." Er werde Hegemonie mit aller seiner Kraft bekämpfen, sei diese doch lediglich das Überleben des Stärksten. "Hegemonie ist das Ende der Herrschaft des Rechts." Damit stellt er sich gegen die globalen Hegemonialbestrebungen der Vereinigten Staaten, die ihren Partnern und Vasallen vor dem Amtsantritt Trumps wenigstens halbwegs das Gefühl gaben, überhaupt gehört und ernst genommen zu werden.

Trump, der gestern den japanischen Premierminister Shinzo Abe im Weißen Haus begrüßte, selbst hat sich bislang noch nicht dazu geäußert. Er attackierte den kanadischen Premierminister Trudeau und Frankreichs Präsident Macron samt EU lediglich wegen ihrer seiner Ansicht nach ungerechtfertigt hohen Zölle und "nicht-monetärer Handelsbarrieren".

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