Migrationskrise in Deutschland. Bild: Flickr / Metropolico.org CC BY-SA 2.0

Alleine Nordrhein-Westfalen nahm mehr irreguläre Migranten als ganz Italien auf. Deutschland steht in der ganzen EU unangefochten auf dem ersten Platz. In den UNHCR-Zahlen sind die abgelehnten aber immer noch im Land befindlichen Asylbewerber allerdings nicht aufgeführt.

Von Michael Steiner

In den letzten Jahren nahm die irreguläre Zuwanderung nach Europa dramatisch zu. Besonders mit der Migrationskrise ab 2015 erfolgte ein enormer Zustrom, der zwar zwischenzeitlich aufgrund versuchter Abriegelungsmaßnahmen der Balkanroute abflaute, inzwischen jedoch wieder ansteigt. Sowohl auf der Balkanroute selbst, als auch über das Mittelmeer nach Italien, Frankreich und Spanien.

Laut Daten des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) wurden in Deutschland zum Stand Ende letzten Jahres 1,41 Millionen Schutzberechtigte und Asylbewerber gezählt, berichtet die "Welt". Danach folgt Frankreich (402.000) vor Italien (355.000). Noch hinter Ländern wie Schweden (328.000) und Österreich (173.000) liegt Griechenland (83.000). Das heißt, Deutschland hat mehr irreguläre Migranten aufgenommen als alle diese Länder zusammen.

Die UNHCR-Auflistung bezieht sich nur auf Schutzberechtigte, Asylbewerber und aus anderen humanitären Gründen Bleibeberechtigte (Persons of Concern). Abgelehnte Asylbewerber sind darin nicht enthalten. Das heißt: Da in der Bundesrepublik die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber ohnehin kaum funktioniert und Hunderttausende dieser Menschen noch in Deutschland leben, liegen die tatsächlichen Zahlen wohl deutlich über jenen, die offiziell verbreitet werden.

Die Daten der nationalen Statistikämter sowie des europäischen Statistikamtes weichen nicht wesentlich von diesen UNHCR-Angaben ab. Die griechische Regierung selbst spricht nur von rund 60.000 Schutzsuchenden im Land. Alleine in Berlin leben heute mehr Asylzuwanderer als in Griechenland, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervorgeht.

Demnach wohnten Stand Ende letzten Jahres 83.222 Asylzuwanderer in der Hauptstadt (Personen mit einem der vier Schutztitel, Asylbewerber im Verfahren, Geduldete, Niederlassungserlaubnis aus Flucht- sowie humanitären Gründen, Härtefälle). In Nordrhein-Westfalen leben demnach Emde 2017 433.236 solcher Zuwanderer über das Asylsystem, das sind mehr als das UNHCR für Italien zählt.