US-Dollar.

Vor allem die steigenden Zinskosten, aber auch die Steuersenkungen der Trump-Administration sorgen dafür, dass das US-Budgetdefizit geradezu explodiert.

Von Marco Maier

Langsam muss die US-Regierung zugeben, ein Ausgabenproblem zu haben. Laut der neuesten monatlichen Schatzanweisung, sammelten die USA im Mai 217 Billionen Dollar in Einnahmen – bestehend aus 93 Milliarden Dollar in individuelle Einkommensteuer, 103 Milliarden Dollar in der Sozialversicherungsbeiträgen und Lohnsteuer, 3 Milliarden Dollar in Körperschaftsteuer und 18 Milliarden Dollar in anderen Steuern und Abgaben – ein Rückgang von 9,7 Prozent gegenüber jenen 240,4 Milliarden Dollar, die letzten März eingenommen wurden, und eine deutliche Umkehrung des jüngsten Aufwärtstrends.

USA Steuereinnahmen Bund

Und dann wachsen auch noch die Ausgaben stark an – und zwar um 10,7 Prozent von 328,8 im März auf 363,9 Milliarden Dollar im Mai.

USA Ausgaben Bund

Hauptausgaben waren die Sozialversicherung mit 83 Milliarden Dollar, das Militär mit 56 Milliarden Dollar, Medicare mit 53 Milliarden Dollar und die Zinsen mit 32 Milliarden Dollar. Andere Ausgaben machen demnach 141 Milliarden Dollar aus.

Interessant wird es, wenn man einen Blick auf den gesamten US-Bundeshaushalt für 2018 wirft:

USA Bundeshaushalt Mai 2018

Wie man anhand der obigen Grafik (zum vergrößern auf das Bild klicken) sieht, werden allein für die Zinskosten in diesem Jahr bereits mindestens 233 Milliarden Dollar einkalkuliert. Das Mai-Budgetdefizit liegt mit 146,8 Milliarden Dollar auf dem höchsten Niveau seit den Krisenjahren 2008/2009. In den acht Monaten des Fiskaljahres 2017/2018 wurden demnach bereits mehr als 531 Milliarden Dollar "versenkt". Infolge der Steuersenkungen und Ausgabensteigerungen, die auch in den kommenden Monaten stark spürbar sein werden, könnte das US-Haushaltsloch in diesem Fiskaljahr sogar noch auf mehr als eine Billion Dollar steigen, wenngleich die Vorhersagen derzeit noch bei 850 Milliarden Dollar liegen.

Zinsausgaben US-Bundeshaushalt

Und wenn man nun noch einen Blick auf die Zinsausgaben des US-Bundeshaushalts wirft und bedenkt, dass das allgemeine Zinsniveau ohnehin noch schrittweise weiter angehoben werden soll, dann kann man davon ausgehen, dass die Aufwärtsbewegung bei den Kosten noch weiter geht – und zwar direkt steil nach oben. Doch das kann kein gutes Ende nehmen.