Die CSU hat sich mit Bundeskanzlerin Merkel überworfen. Bundesinnenminister Seehofer: "Ich kann mit der Frau nicht mehr arbeiten." Zerbricht nun die GroKo?

Von Michael Steiner

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich laut eines Berichts der "Welt am Sonntag" in interner Runde skeptisch über eine weitere Zusammenarbeit mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geäußert. "Ich kann mit der Frau nicht mehr arbeiten", soll Seehofer demnach über die Kanzlerin in einer Runde der Regierungsmitglieder der CSU mit dem Landesgruppenvorsitzenden Alexander Dobrindt am Donnerstagmorgen in Berlin gesagt haben.

Er habe den Satz in dieser Runde gleich zweimal gesagt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Teilnehmerangaben. In der anschließenden Sitzung aller CSU-Abgeordneter soll Seehofer ihn aber nicht wiederholt haben. CDU und CSU streiten seit Tagen erbittert über die Frage, ob Asylbewerber an der deutschen Grenze zurückgewiesen werden sollen. Seehofer ist dafür, Merkel will eine europäische Lösung für die Verteilung der Migranten erreichen.

Öffentlich hingegen versucht der die Wogen zu glätten. Niemand in der CSU hat Interesse, die Kanzlerin zu stürzen", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". Wobei dies an den Satz "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten" erinnert. Auch die CDU/CSU-Fraktionsgemeinschaft wolle niemand in der CSU auflösen oder gar die Koalition sprengen. "Wir wollen endlich eine zukunftsfähige Lösung für die Zurückweisung von Flüchtlingen an unseren Grenzen", sagte Seehofer.

Die Bundesregierung steuert jedenfalls in eine massive Krise. Bei CDU, CSU und SPD heißt es inzwischen irgendwie nur noch jeder gegen jeden und inzwischen gelten auch Merkels Tage als gezählt. Diese gilt in konservativen Kreisen ohnehin als "Sozialdemokratin" und als "Trojanisches Pferd der SPD" in der CDU. Dort hofft man auf einen konservativen Nachfolger, wie zum Beispiel Gesundheitsminister Jens Spahn.

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Angela Merkel steckt jetzt jedoch in einer Zwickmühle: Ignoriert sie Seehofers Aussagen gegen ihre Direktive, wird auch den anderen Ministern klar, dass sie Narrenfreiheit haben. Schmeißt sie ihn aus der Regierung, ist die CSU weg – und damit auch die Regierungsmehrheit. Eigentlich kann sie nur noch die Konsequenzen ziehen und ihren Rücktritt erklären. Alles Andere wäre nur ein Zeichen dafür, dass ihr ohnehin alles egal ist.

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