Das russische Militär baut eine massive Cloud auf, die im Falle eines Krieges als Backup-Internet dienen wird. Die Cloud wird in zwei Jahren fertig sein und Russland erlauben, in Kriegszeiten zu überleben, auch wenn sie vom Westen völlig abgeschnitten sind.

Von Redaktion

Dieser neue Schritt ist Teil der laufenden Modernisierung des Landes, berichtet The Daily Mail. Russland soll während eines großen Weltkrieges überleben, in dem sie von allen anderen abgeschnitten sind. Die "Kriegs-Cloud" wird sich mit dem riesigen internen Netzwerk des russischen Militärs verbinden und das ganze russische Internet so faktisch mit einem Schlag von jenem des Westens getrennt auch autark laufen lassen.

Der Chef-IT-Berater von Präsident Wladimir Putin, Herman Klimenko, hat bereits früher erklärt, dass das Land während des Krieges auf dem bereits bestehenden internen Netzwerk des Militärs – dem Closed Transfer Segment – operieren könne. "Technisch sind wir jetzt bereit für jede Aktion", sagte er im März dem russischen Fernsehsender NTV. Das lässt auf umfangreiche Bemühungen des Kremls zur technischen Autarkie schließen.

Werbung

Zum ersten Mal wurde bekannt, dass das Land Ende letzten Jahres ein "unabhängiges Internet" geschaffen hat, das getrennt von dem weltweit verwendeten Domain Name System (DNS) operieren sollte. Während eines Treffens des russischen Sicherheitsrats diskutierten Beamte über eine Initiative zur Schaffung einer Alternative zum DNS und behaupteten, der Schritt könne Russland und eine Handvoll anderer Nationen im Falle eines groß angelegten Cyberangriffs schützen. Es gibt jedoch Spekulationen, dass diese "Kriegs-Cloud" ein Weg für Russland sein könnte, seine eigenen Operationen zu starten, berichtete Defense One damals.

Laut einem neuen Bericht könnte das Land kommerziellen Verkehr über sein eigenes internes Netzwerk führen, das treffend als "Kriegs-Cloud" bezeichnet wird. Die Kriegs-Cloud, die für 390 Millionen Rubel (6 Millionen Dollar) gebaut wird, stützt sich demnach auf Rechenzentren im ganzen Land und die erste wurde angeblich bereits im südlichen Militärdistrikt fertiggestellt. Die Schaffung dieses ersten Zentrums erhöhte die russische Macht und den Einfluss in der Region. Nach einem Bericht von Defense One handelt es sich um ein Gebiet, das die Krim und Teile der Ostukraine umfasst.

Laut Sam Bendett, einem assoziierten Forschungsanalysten bei der gemeinnützigen Forschungsorganisation CNA, sieht Russland dies als Schlüssel zum Schutz seiner Daten vor westlichen Einflüssen. "Russland investiert in militärische High-Tech-Entwicklung und vor allem in heimische Software und Hardware", sagte er Defence One. "Die Rechenzentren, die mit dieser Cloud arbeiten, sind alle mit "russischen Komponenten" ausgestattet", sagte Bendett, der auch in Russland-Studien am American Foreign Policy Council betreibt. "Bis vor kurzem waren viele IT-Komponenten im militärischen und zivilen Bereich westlich – das beginnt sich zu ändern", sagte er.

Wie lange wird es wohl dauern, bis Russland in technologischer Hinsicht vom Westen völlig autark ist? Zusammen mit den Chinesen könnten sie bald schon eigene Internet-Netzwerke hochziehen, die von den Amerikanern und deren Geheimdiensten dann nur schwerlich ausgelesen werden können.