Öl-Bann: Trumps neuester Schlag gegen den Iran

Die Trump-Administration versucht den Iran dort zu treffen, wo es ihn am meisten schmerzt: Beim Öl. Allerdings hilft Washington so der US-Fracking-Industrie auch wieder auf die Beine. Es läuft wieder die typische Erpressungsstrategie.

Von Marco Maier

Noch bleibt es bei Aufforderungen an die Verbündeten, künftig kein Erdöl mehr vom Iran zu kaufen. Doch bereits im November könnten dem auch Strafmaßnahmen durch die USA folgen – die übliche Erpressungspolitik eben, welche die Amerikaner aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke und ihrer globalen Dollar-Dominanz gerne verfolgen. Wer dann noch iranisches Öl kauft, muss mit Strafen durch die Amerikaner rechnen.

Erst im Mai wurden die zuvor unter der Obama-Administration gelockerten wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran wieder verschärft und internationalen Unternehmen (vor allem jenen Europas, die dort bereits begannen zu investieren) mit heftigen Strafen gedroht, sollten sie sich nicht binnen eines halben Jahres aus der Islamischen Republik wieder zurückziehen. Im Grunde genommen ist diese Praxis quasi das moderne "Kauft nicht bei Juden".

Für die Amerikaner ist diese Strategie ein doppelter Gewinn: Einerseits schaden sie so den Iranern und dazu gleichzeitig auch einigen direkten Konkurrenten von US-Unternehmen, andererseits können sie so ihre Strafmaßnahmen effektiver durchsetzen. Was würde es den Iran beispielsweise kümmern, wenn sich den Vereinigten Staaten bei den Sanktionen lediglich eine Hand voll Alliierte anschließen würden? Immerhin gibt es noch genügend andere Länder auf der Welt. Doch so müssen viele andere Regierungen und Unternehmen mitziehen, weil sie sonst ihr US-Geschäft verlieren.

Trump macht damit auch wieder einmal deutlich, dass er es mit seinem "America First" ernst meint. Auch wenn das (wie schon unter seinen Vorgängern) damit einhergeht, dass die angeblichen Partner und Verbündeten negative wirtschaftliche und finanzielle Konsequenzen davontragen. Und was noch schlimmer ist: Diese angeblichen Partner und Verbündeten, die vielmehr wie Vasallen behandelt werden, beugen sich dem US-Dikatat auch noch, anstatt einfach Paroli zu bieten.

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Auch wenn die OPEC nun mehr Öl fördern will, um so die zu erwartenden Ausfälle an iranischem Öl auszugleichen, so sorgen die Öl-Sanktionen der Trump-Administration gegen den Iran dafür, dass der Ölpreis wieder etwas ansteigt. Die gebeutelte und hoch verschuldete US-amerikanische Fracking-Industrie darf sich also freuen und beim US-Präsidenten für das Geschenk bedanken.

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