Muslimbruder Erdogan. Bild: Aksam
Muslimbruder Erdogan. Bild: Aksam

Moscheeschließungen: Erdogan warnt Österreich vor Religionskrieg

Nach den Moschee-Schließungen in und den Ausweisungen der vorwiegend türkischstämmigen Imame aus Österreich warnt Präsident Erdogan vor einem "Krieg zwischen Kreuz und Halbmond".

Von Michael Steiner

In einer konzentrierten Aktion gegen den politischen Islam in Österreich durch die Bundesregierung, die mit der Schließung mehrerer Moscheen und der Ausweisung dutzender Imame einherging, verprellte die rechtskonservative Staatsführung auch den türkischen Präsidenten, der als Anhänger der radikalislamischen Muslimbruderschaft gilt und in einer Rezitation eines Gedichts die Moscheen bereits als Kasernen bezeichnete.

Die Maßnahmen des österreichischen Kanzlers würden die Welt in Richtung eines "Krieges zwischen Kreuz und Halbmond" führen, sagte Erdogan bei einer Rede in Istanbul. "Denken Sie wir werden nicht reagieren, wenn Sie so etwas tun?", fügte der türkische Staatschef hinzu, denn er vertritt die muslimische Position, dass jedes Gebiet welches jemals von Muslimen besiedelt wurde auch muslimisches Gebiet bleibt.

Der türkische Präsident fürchtet so jedoch auch um den politischen Einfluss auf die in Österreich lebenden Türken und Türkischstämmigen, da die 60 von der türkischen Religionsbehörde Diyanet finanzierten Imame samt Familie die ausgewiesen werden sollen vom türkisch-islamischen Kulturverein Atib kommen. Und dieser befindet sich faktisch in der direkten Kontrolle der türkischen Regierung.

Erdogan drohte nun am Samstag mit Vergeltung gegen das Vorgehen der österreichischen Behörden. "Wir werden etwas tun müssen", sagte er ohne konkrete Maßnahmen zu nennen.