Merkels Tage sind gezählt

Auch wenn es quasi schon als sicher galt, dass dies wohl Merkels letzte Amtszeit als Bundeskanzlerin sein wird, so scheint ihr politischer Abgang wohl rascher als erwartet erfolgen.

Von Michael Steiner

Eigentlich hätte Bundeskanzlerin Merkel schon vor ein paar Jahren den Hut nehmen müssen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise (und damit auch die EU-Schuldenkrise) ab 2008 hat sie genauso versemmelt wie ab 2015 dann die Migrationskrise. Schweigen, aussitzen und bei den ganzen eigenen Fehlentscheidungen dann "das ist halt nun mal jetzt so" sagen funktioniert auf Dauer nicht.

Innerhalb der Unionsfraktion gärt es deshalb schon lange. Auch deshalb, weil gerade Merkels Politik die AfD stark machte und zu einer ernstzunehmenden rechtskonservativen politischen Kraft avancieren ließ. Offen, nach außen hin, übt man sich zwar noch einigermaßen in Zurückhaltung, doch immer öfter kommt hinter vorgehaltener Hand die Forderung auf, Merkel möge doch endlich den Hut nehmen und jemandem die Arbeit überlassen, der auch Anpackqualitäten besitzt.

Vor allem jedoch scheint sie selbst nicht mehr zu wollen, einfach von dem ganzen Theater genug zu haben. Da stellt sich die Frage: Was geschieht eher: ihr "freiwilliger" Rücktritt oder ein parteiinterner "Putsch"? Wahrscheinlicher ist Ersteres. Sie wird sich aus "persönlichen" oder "gesundheitlichen" Gründen verabschieden. Vielleicht sogar noch in diesem Jahr.

Die "Festung Merkel" wurde sturmreif geschossen. Von den Wählern, Teilen ihrer Partei und noch vielmehr von der Schwesterpartei CSU, die immerhin noch eine Wahl zu schlagen hat, bei der ihr die AfD unter Umständen noch eine herbe Niederlage bescheren kann. Und wenn es um Bayern geht, wird man zur Not auch zur Königsmörderin, wenn diese nur noch als Klotz am Bein empfunden wird. Horst Seehofer sagte nicht umsonst, er könne "mit der Frau nicht mehr arbeiten". Und das sitzt.

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