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Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bild: Flickr / blu-news.org CC BY-SA 2.0
Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bild: Flickr / blu-news.org CC BY-SA 2.0

Merkels Abendrot

Angela Merkel erbte die Politik des Aussitzens von ihrem Vorgänger Helmut Kohl. Doch macht nun Horst Seehofer den Brutus, oder bleibt er der "Drehhofer"?

Von Michael Steiner

Wenn sogar Oppositionspolitiker von Grünen und Linken davor warnen, dass die CSU Seehofers den Sturz Angela Merkels vorantreiben um so die Union (wieder) zu einer klassisch rechtskonservativen Partei zu machen, dann weiß man, welches Stündlein geschlagen hat. Die (gesellschafts-)politische Linke fürchtet um den Fall der Bundeskanzlerin, welche in den letzten Jahren innerhalb ihrer eigenen Partei sämtliche wertkonservative Elemente ausradierte, diese quasi sozialdemokratisierte und die konservativen Vertreter ins politische Exil schickte.

Dieser Sturz Merkels könnte schneller kommen als es so manchem politischen Beobachter eigentlich klar ist. Zwar wurde sie damals schon wegen ihrem "Wir schaffen das"-Kurs 2015 angezählt, doch damals war die Lage für die CSU nicht so prekär wie heute. Denn einerseits sind bald Landtagswahlen in Bayern zu schlagen, andererseits steigen die Migrantenzahlen auf der Balkanroute wieder deutlich an. Das ist ein gefundenes Fressen für die AfD, die genau von solchen Bildern massiv profitieren könnte.

Der als wegen seiner ständigen politischen Umfallerei als "Drehhofer" belächelte CSU-Parteichef Horst Seehofer hat kaum eine Chance mehr: Entweder "meuchelt" er die Bundeskanzlerin und sorgt für das Platzen der Groko und ihren politischen Abgang, oder aber die Bayern laufen in Scharen zur AfD über, weil man den Christsozialen einfach kein Wort mehr glaubt. Stürzt er sie, wird dies jedoch unter Umständen das Ende der "Union" sein, wie man sie bisher kannte. Der Bundesinnenminister pokert also mit extrem hohen Einsätzen.

Doch was soll Merkel machen? Ihre bisherige Strategie des Aussitzens funktioniert nicht mehr, ihre Hinhaltetaktik (Stichwort: "europäische Lösungen") ebensowenig. Aber sie kann (und wahrscheinlich auch will) nicht liefern, weil dies den Koalitionspartner SPD vertreibt – und die CSU ist in der Bundesregierung mit den Grünen leichter zu ersetzen als die Sozialdemokraten durch AfD und FDP. Göring-Eckardt hatte der Bundeskanzlerin bereits angeboten, für die Bayern einzuspringen, sollten diese ihr den Stinkefinger zeigen.

Merkels politisches Abendrot ist bereits angebrochen. Da man nicht davon ausgehen kann, dass sie freiwillig geht, muss der Impuls jedoch von außen kommen. Die Frage ist nur, ob Seehofer die "Cojones" hat, oder ob sich dafür jemand anderes "die Finger schmutzig" macht.