Kim und Lawrow. Bild: Sputnik / TASS

Trumps Spielchen sorgen dafür, dass Kim nun den Schulterschluss mit Moskau sucht. Lawrows Besuch in Nordkorea war offenbar sehr positiv.

Von Marco Maier

Der gestrige Besuch von Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Pjöngjang, während Nordkoreas Unterhändler Kim Yong Chol in Washington mit US-Außenminister Mike Pompeo zusammentraf, hat Symbolwirkung. Im Grunde genommen war dies wohl auch ein vorbereitendes Gespräch, um so den Amerikanern bei den Verhandlungen in der US-Hauptstadt unter die Arme zu greifen und um dem Weißen Haus zu signalisieren: Wir haben auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Zudem begrüßte Kim Jong Un den russischen Außenminister höchst freundlich und lobte dabei Moskau als Gegengewicht zu einer weltweiten Vorherrschaft Washingtons. "Nach Ihrer Rückkehr richten Sie Präsident Putin meinen herzlichen Gruß aus", sagte Kim dem russischen Minister. "Sie sind hervorragende Freunde für uns", lobte er, wie "Sputnik News" berichtet. Der nordkoreanische Staatschef hat nicht vergessen, dass sein russischer Amtskollege die Amerikaner stets zu einer weniger aggressiven Linie drängte und auch Verständnis für Kims Lage zeigte.

"Ich schätze es sehr, dass Putin gegen die Hegemonie der USA Widerstand leistet", sagte Kim. Er habe sich extra für Lawrow, den er als "wunderbaren Freund" bezeichnete, Zeit genommen. Sie treten sehr entschlossen auf, und wir sind immer bereit, mit Russland darüber zu verhandeln", sagte Kim über Russlands weltpolitischen Kurs.

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Moskau wiederum brachte sich mit dem Besuch seines Chefdiplomaten aktiv ins Spiel, um seinen Einfluss geltend zu machen. Lawrow lud Kim nach Russland ein und betonte, Russland wolle daran mitwirken, dass auf der koreanischen Halbinsel Frieden, Stabilität und Wohlstand herrschten. Zudem lobte er die Annährung zwischen Nord- und Südkorea.

Trotz der widersprüchlichen Signale aus Washington arbeiten sowohl die Amerikaner als auch die Nordkoreaner weiterhin daran, das für den 12. Juni angesetzte Treffen zwischen US-Präsident Trump und Kim Jong Un in Singapur zu ermöglichen.

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