Kinderprostitution: Schwere Vorwürfe gegen Berliner LKA-Ermittler

Anstatt den Kinderhandel und die Kinderprostitution zu bekämpfen, haben Beamte des LKA Berlin bei Ermittlungen offenbar ordentlich geschlampt. Anscheinend gibt es sogar einen Maulwurf, der Infos über Razzien weitergab.

Von Redaktion

Eine Mitarbeiterin des Berliner Landeskriminalamts (LKA) hat laut Focus schwerwiegende Missstände in einem Kommissariat angeprangert, das für die Bekämpfung von Kinderhandel zuständig ist. Das Nachrichtenmagazin beruft sich dabei auf einen Bericht an die Dienststelle für interne Ermittlungen.

Die Missstände sind demnach besonders im Zusammenhang mit einem Verfahren gegen den Betreiber eines sogenannten Flat-Rate-Bordells zu Tage getreten. Dort wurden minderjährige Mädchen für Gruppensex-Partys angeboten. So sollen die Beamten beispielsweise die Spur eines Freiers nicht verfolgt haben, der sich bei einer Kontrolle angeblich als Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) ausgab. Sein Fall sei "aus taktischen Gründen" nicht in die Akten aufgenommen worden. Auch sei die Staatsanwaltschaft über den Vorfall nicht informiert worden. Nach Focus-Recherchen unterblieb auch eine Meldung an den BND.

Außerdem sollen Beamte Hinweisen auf einen seit Jahren gesuchten Maulwurf im LKA nicht nachgegangen sein, der möglicherweise noch immer Hinweise zu Razzien an die Rotlicht-Szene liefert. Scharfe Kritik kommt von der Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus. "Wenn diese Vorwürfe zutreffen, ist das ein neuerliches dramatisches Versagen beim LKA Berlin", erklärte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Marcel Luthe, gegenüber Focus. Notwendig sei jetzt ein Untersuchungsausschuss, der "das gesamte Personalwesen bei Polizei und Justiz beleuchtet".

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