In den letzten zehn Jahren wurden bei Hartz-IV-Empfängern fast fünfzig Milliarden Euro an Kindergeld angerechnet. Die Jobcenter sparten so sehr viel Geld zulasten der Ärmsten im Land.

Von Marco Maier

Wer Hartz IV bezieht und Kindergeld erhält sieht sich mit einer entsprechenden Leistungskürzung konfrontiert. Im letzten Jahr waren es insgesamt 4,9 Milliarden Euro, in den letzten zehn Jahren ganze 49,5 Milliarden Euro, welche die Jobcenter den Empfängern abzogen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung an die Linke im Bundestag hervor, die danach fragte. Weil man wegen des Gleichbehandlungsgrundsatzes diese Leistung nicht kürzen oder streichen kann, rechnet man sie eben vom Hartz-IV-Bezug ab.

Angesichts dessen, dass wohlhabende Familien Kindergeld erhalten, arme Familien jedoch nicht, regt sich deshalb bereits Widerstand. Das Problem ist ja nicht, dass die Hartz-IV-Sätze zu hoch sind, sondern vielmehr der Umstand, dass viele Jobs einfach nur extrem schlecht bezahlt werden und so der Abstand zwischen beiden Gruppen nicht so groß ausfällt. Faktisch handelt es sich hierbei um eine soziale Straf- und Druckmaßnahme.

Wenn man nun bedenkt, dass die Hartz-IV-Sätze von der Bundesregierung auch noch künstlich kleingerechnet werden, kann man sich ausrechnen, wie schwierig die Lage für jene Familien ist, die auf das Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Das Kindergeld beträgt immerhin 194 Euro für das erste und zweite, 200 Euro für das dritte und 225 Euro für das vierte und jedes weitere Kind. Entsprechend mindern sich das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld.

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