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Kim und Trump scheinen sich zu verstehen. Bild: Via Moon of Alabama
Kim und Trump scheinen sich zu verstehen. Bild: Via Moon of Alabama

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Derzeit sieht es so aus, als ob der eigentliche Gewinner des Treffens zwischen Donald Trump und Kim Jong Un vor allem der nordkoreanische Staatschef ist. Der US-Führer beschämte seine Verbündeten Japan und Südkorea.

Von Eric Margolis / Antikrieg

Das Magazin Economist der vergangenen Woche gewann den Tag mit der besten Schlagzeile über den Trump-Kim Jong-un-Gipfel: "Kim Jong Won!"

Das hat alles gesagt. Gerade aus dem Krankenhaus entlassen, war ich nicht in der Lage, mit dem großen Economist oder seinen sehr witzigen Schlagzeilenautoren zu konkurrieren. Aber nachdem ich eine Woche nach dem Gipfel von Singapur zwischen dem Großen Weißen Vater Trump und dem Delinquenten Kim Jong-un mitverfolgt habe, muss ich dem Economist vollkommen zustimmen.

Was als zweitklassige Extravaganz zwischen den beiden Anführern – die sich davor Beleidigungen wie "kleiner Raketenmann" und "seniler Greis" an den Kopf geworfen hatten – hingestellt wurde, erwies sich als sehr teurer Fototermin für die beiden Publicity-Suchenden, der viel Lärm machte, aber nur sehr wenig produzierte – zumindest bis jetzt. Es hatte den Anschein, als seien zwei Schulhofrowdies vom Schuldirektor gezwungen worden, sich gegenseitig die Hand zu geben.

Jenseits der Gesten hat Nordkoreas Anführer sicherlich die Nase vorn. Sein Ziel – und das seiner Familienvorfahren in den letzten 60 Jahren – war es, die Beziehungen zu den USA zu normalisieren, den Handel zu beginnen und die Bemühungen der USA zum Sturz der marxistischen Regierung in Pjöngjang zu beenden.

Trumps Ziel war es, Nordkorea und die Gefahren, die es für die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre regionalen Verbündeten Japan und Südkorea darstellen könnte, zu zerschlagen. Trump wollte Kim als schwarzen Mann und sich selbst zu Amerikas Retter aufbauen. Trump wusste genau, dass er nicht alle tief vergrabenen nuklear bewaffneten Raketen Nordkoreas zerstören konnte, und hatte trotz seines Ärgers und Gezeters keinen Nerv für einen Überfall auf Nordkorea, der die USA schätzungsweise 250.000 Tote kosten könnte.

Also war Trumps Lösung mehr Show-Business. Ein viel gepriesener Flug nach Singapur, Schulterklopfen mit einem begeisterten Kim und ein Liebesfest zwischen den beiden klobigen Anführern wurde den Amerikanern als Morgendämmerung des Friedens verkauft. Amerikas Medien waren schnell dabei, die Geschichte zu verkaufen und Trumps Referenzen unter den ernsthaft Gutgläubigen aufzupolieren. Kein Verstecken mehr unter Schulbänken oder in feuchten Kellern. Wie Trump großartig verkündete, müssen die Amerikaner Nordkorea nicht mehr fürchten und können nachts ruhig schlafen!

Warum? Korea hat noch immer alle seine Mittel- und Langstreckenraketen und schätzungsweise 40 oder mehr Atomsprengköpfe. Der Norden entwickelt U-Boote, die nuklear bewaffnete Raketen vor der US-amerikanischen Küste starten können. Für Kim sind diese Waffen rein defensiv, um einen Angriff der USA auf sein Land zu verhindern. Aber er ist jetzt ein vollwertiges Mitglied des Atomclubs.

Ebenso wichtig ist, dass Nordkorea immer noch über geschätzte 14.000 170 mm-Geschütze und Hunderte von weitreichenden 300 mm-Raketenwerfern verfügt, die in Höhlen nördlich der entmilitarisierten Zone zwischen den beiden Koreas aufgestellt sind. Sie bedrohen fast die gesamte südkoreanische Hauptstadt Seoul nördlich des Han und einige US-Militärbasen und wichtige Flugplätze, insbesondere Osan.

Dies ist eine sehr reale Bedrohung, die weitgehend immun gegen Angriffe aus der Luft ist. Ich habe diese Stellungen vom Nordrand der DMZ aus gesehen. Kims große Geschütze halten Seouls Millionen von Einwohnern als Geiseln.

Im Schlusskommuniqué von Trump und Kim in Singapur wird diese Artilleriebedrohung nicht erwähnt. Aber es wurde vereinbart, die höchst provokanten Kriegsspiele zwischen den USA und Südkorea, die eine Invasion des Nordens simulieren, vorübergehend zu stoppen, eine wichtige Forderung von Kim. Diese Kolumne fordert seit einem Jahrzehnt deren Ende. Nordkorea wird anscheinend seine Raketentests einstellen.

Das ist nicht die 'Denuklearisierung' Nordkoreas, von der die Rede gewesen ist. Es mag ein paar Gesten der Abrüstung geben, aber Kim muss wissen, dass seine Atombomben seine Überlebensgrundlage sind. Für den Fall, dass Kim sich nicht an das schreckliche Schicksal des Irak, Libyens und Syriens erinnerte, rief Trumps neuer nationaler Sicherheitsberater John Bolton, ein Fanatiker, fröhlich das Schicksal des ermordeten libyschen Anführers Oberst Ghadaffi wieder ins Gedächtnis.

Der Gipfel von Singapur war auch eine große Demütigung für die amerikanischen Verbündeten Japan und Südkorea. In Asien ist es wesentlich, das "Gesicht" zu bewahren.

Trump ignorierte die beiden alten Verbündeten Amerikas nach seinem Treffen mit Kim völlig – der Japan und Südkorea routinemäßig als 'Amerikas Handlanger' beschimpft. Stattdessen schickte Trump seinen Anfänger-Außenminister Mike Pompeo, um zu erklären, was in Singapur geschah, womit er Tokio und Seoul einen tiefen Gesichtsverlust zufügte. Das war eine furchtbare Beleidigung und könnte zumindest Japan dazu veranlassen, sein geheimes Atomprogramm fortzusetzen. Japan kann in 3-6 Monaten Atomwaffen einsetzen; Südkorea liegt nicht weit zurück.

Die Vereinigten Staaten und Nordkorea befinden sich jetzt auf einer zivilisierteren Ebene des Umgangs. Aber nichts Grundsätzliches wurde gelöst. Vielleicht hat Trump noch mehr Zugeständnisse im Ärmel, wie z.B. die Anzahl der US-Truppen im Süden zu reduzieren. Aber Korea ist jetzt als großes Thema vom Tisch, da Trump Handelskriege rund um den Globus führt.