Jemen: VAE-Offiziere filmen sich bei Vergewaltigungen und Folter in “Geheimgefängnissen”

Der Krieg im Jemen ist in den Medien nicht so präsent, weil er keine Flüchtlingsströme nach Europa bringt. Doch dort foltern und vergewaltigen die arabischen Alliierten des Westens – wieder einmal mit Wissen der Amerikaner.

Von Redaktion

Wer erinnert sich noch an Abu Ghraib im Irak, wo alliierte Soldaten gefangene Iraker folterten, erniedrigten und demütigten? Im Jemen spielen sich derzeit ähnliche Szenen ab und zwar durch Soldaten der Vereinigten Arabischen Emirate (die z.B. eng mit den Franzosen zusammenarbeiten), welche zusammen mit Saudi-Arabien einen Vernichtungsfeldzug gegen das Land führen.

Hunderte von Gefangenen im Süden Jemens, die wegen Verdachts der Zugehörigkeit zu al-Qaida oder ISIS inhaftiert sind, werden in mindestens fünf von 18 von den Vereinigten Arabischen Emiraten kontrollierten "Geheimgefängnissen" systematisch vergewaltigt, gefoltert und gedemütigt, so sieben Zeugen, die mit AP sprachen. Die Nachrichtenagentur erhielt auch Briefe und Zeichnungen, die aus einem Gefängnis in Aden geschmuggelt worden waren.

Die Emiratis haben hunderte von jemenitischen Männern in ein Netzwerk von mindestens 18 versteckten Gefängnissen gesteckt, welche verdächtigt werden, al-Qaida-Mitglied oder militante Kämpfer des Islamischen Staates zu sein. Die Gefangenen werden ohne Anklage oder Gerichtsverfahren festgehalten.

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Zeugen sagten, dass jemenitische Wachen, die unter der Leitung von emiratischen Offizieren arbeiteten, verschiedene Methoden der sexuellen Folter und Erniedrigung angewandt hatten. Sie vergewaltigten Gefangene, während andere Wachen die Angriffe filmen. Sie malträtierten die Genitalien der Gefangenen mit Elektroschockern oder hängten Steine ​​von ihren Hoden. Sie haben andere mit Holz- und Stahlstangen sexuell verletzt.

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"In einigen Fällen vergewaltigen sie den Gefangenen, filmen ihn bei der Vergewaltigung, benutzen dies, um ihn zu zwingen, für sie zu arbeiten", sagte er. Er sprach aufgrund von Sicherheitsbedenken anonym. "Sie ziehen dich nackt aus, binden dann deine Hände rechts und links an einen Stahlpfahl, so dass du vor ihnen aufgespreizt bist. Dann beginnt die Sodomie", sagte ein Vater von vier Kindern.

Aus dem Gefängnis in Aden schmuggelten Gefangene Briefe und Zeichnungen über den sexuellen Missbrauch, die an die AP weitergegeben wurden. Die Zeichnungen wurden auf Plastikplatten mit blauem Tintenstift gemacht. Der Künstler sagte der AP, dass er letztes Jahr inhaftiert war und in drei verschiedenen Gefängnissen war. "Sie haben mich gefoltert, ohne mich überhaupt anzuklagen. Manchmal wünsche ich mir, dass sie mir eine Anklage geben, damit ich diesen Schmerz gestehen und beenden kann", sagte er. "Das Schlimmste daran ist, dass ich mir jeden Tag den Tod wünsche und ich kann ihn nicht finden." Der vierfache Vater sagte, dass manchmal das Schreien von den Schlägen so intensiv ist, dass er seine Zellen wackeln spüren kann. "Es ist jenseits aller Vorstellungskraft", sagte er.

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AP berichtet, dass "von den fünf Gefängnissen, in denen laut AP sexuelle Folter stattfindet, vier in Aden sind – und "US-Personal wurde in der Buria-Basis gesehen, wo sexueller Missbrauch stattgefunden hat. US-Personal wurde zusammen mit kolumbianischen Söldnern in der Buriqa-Basis gesehen, so zwei Gefangene und zwei Sicherheitsbeamte. Die Gefangenen konnten nicht sagen, ob die Amerikaner, von denen einige Militäruniformen tragen, Mitglieder der US-Regierungstruppen oder Söldner sind. Aber es sind die VAE, die im südlichen Jemen die Führung übernommen haben.

Das heißt aber auch: Das Pentagon weiß um die Foltermaßnahmen bescheid, unternimmt jedoch nichts dagegen. Menschenrechte spielen für die Amerikaner ja ohnehin keine Rolle, außer man kann sie für propagandistische Zwecke zum Eigennutz nutzen. Aber gut, wer eine Betreiberin eines Foltergefängnisses zur CIA-Chefin macht, hat keine Probleme mit solchen unmenschlichen Maßnahmen.

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